Eisige
Tragödie
Eisige Tragödie
TEXT BHM
Fotos HZS Jihočeského kraje
Ein Weltkriegspanzer wird bei einem Geschichts-Event auf vereisten Straßen zur Todesfalle und reißt zwei Menschen in den Tod – eine Gemeinde steht unter Schock.
Eine winterliche Idylle wurde jäh zerstört, als eine Veranstaltung eines Geschichtsvereins in der südböhmischen Region Tschechiens in einer Katastrophe endete. Ein restaurierter Weltkriegspanzer, ein Halbkettenfahrzeug des Typs Sd.Kfz. 251, sollte an jenem verhängnisvollen Tag die Geschichte lebendig machen – doch stattdessen schrieb er sie in Blut.
Das Unglück auf der vereisten Brücke
Was als faszinierende Reise in die Vergangenheit begann, endete mit einem Szenario des Schreckens. Auf einer vereisten Brücke geriet das schwergewichtige Fahrzeug ins Schleudern. Augenzeugen berichteten von ohrenbetäubendem Krachen, als das tonnenschwere Halbkettenfahrzeug die Kontrolle verlor, seitlich abkippte und in einen darunter liegenden Bach stürzte. Der Albtraum wurde Wirklichkeit: Neun Menschen, die sich zu diesem Zeitpunkt in unmittelbarer Nähe des Fahrzeugs befanden, wurden unter den massiven Stahlmassen begraben.
Trotz heldenhaftem Einsatz zwei Leben verloren
Binnen Minuten eilten vier Rettungswägen, Feuerwehrleute mehrerer Einheiten und zwei Hubschrauber, darunter der Notarzthubschrauber C10 aus Oberösterreich, zum Unglücksort. Doch trotz des beispiellosen Einsatzes der Retter und der Bemühungen von Zeugen, die unmittelbar versuchten, einem der Opfer durch Reanimation das Leben zu retten, war jede Hilfe für zwei Männer zu spät. Einer von ihnen erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen, der zweite verstarb kurze Zeit später trotz intensiver Wiederbelebungsmaßnahmen.

Für die sieben weiteren Opfer, die unter den Trümmern des Panzers eingeklemmt waren, begann ein Kampf gegen die Zeit und die eisige Kälte. Sie erlitten Unterkühlungen, welche umgehend medizinisch versorgt wurden, während die Feuerwehr unter Einsatz schwerer Geräte versuchte, die tonnenschwere Last zu bergen.
Ein Relikt des Zweiten Weltkriegs wird zur Todesfalle
Das Fahrzeug, ein Sd.Kfz. 251, gilt als Symbol militärischer Ingenieurskunst und wurde während des Zweiten Weltkriegs von der Wehrmacht eingesetzt. Mit Platz für bis zu 12 Personen und einer beeindruckenden Produktionszahl von über 15.000 Einheiten in verschiedenen Varianten war es ein Schlüsselwerkzeug der deutschen Kriegsmaschinerie. Doch die Faszination für diese historische Maschine wich an diesem Tag unvorstellbarem Leid.
Eine Gemeinde unter Schock
Die Veranstaltung, die von einem lokalen Verein für Militärgeschichte organisiert wurde, hatte zuvor nie Anlass zur Sorge gegeben. Laut Polizeisprecher Milan Bajcura handelte es sich um ein regelmäßiges Event, das sowohl bei Einheimischen als auch bei Geschichtsliebhabern großen Anklang fand. Nun jedoch steht die Gemeinde unter Schock. Der Bürgermeister des Ortes zeigte sich tief betroffen und sprach den Familien der Opfer sein Mitgefühl aus.
Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung
Die Polizei hat Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen. Im Fokus steht die technische Beschaffenheit des historischen Fahrzeugs sowie die Sicherheitsvorkehrungen der Veranstaltung. Alle Beteiligten und Zeugen werden befragt, um herauszufinden, wie es zu diesem tragischen Unfall kommen konnte. Der Panzer selbst wurde beschlagnahmt und wird nun einer eingehenden Untersuchung unterzogen.
Ein Mahnmal für Sicherheit und Verantwortung
Dieses tragische Ereignis wirft Fragen auf über die Balance zwischen der Bewahrung historischer Artefakte und der Verantwortung, die solche Veranstaltungen mit sich bringen. Während die Gemeinde trauert und die Ermittlungen laufen, bleibt die Hoffnung, dass solche Unglücke in Zukunft verhindert werden können. Der Unfall auf der vereisten Brücke wird allen Beteiligten für immer in Erinnerung bleiben – nicht nur als schmerzlicher Verlust, sondern auch als eindringliche Mahnung für mehr Vorsicht und Sorgfalt.