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Tödliche

Trümmer

Tödliche Trümmer

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Die Feuerwehr Düsseldorf war Ende Juli 2020 über 72 Stunden mit den Rettungs- und Bergungsmaßnahmen bei einem Gebäudeeinsturz im Einsatz. Erst nach Sicherungs- und Vorbereitungsmaßnahmen, die mehrere Stunden in Anspruch nahmen, konnten sich die Rettungskräfte eine erste Zugangsmöglichkeit zu der Einsturzstelle verschaffen. 

Diese besonders sorgfältige Vorbereitungsphase war aufgrund akuter Einsturzgefahr des Gebäudes zwingend geboten. So mussten für eine Bergung der beiden verstorbenen Personen zunächst viele große Trümmerteile oftmals von Hand aus der Einsturzstelle geschafft werden. Auch als die Feuerwehrleute beide Verunglückten in dem Einsturzgebiet fanden, war eine Bergung nicht sofort möglich. An den Rettungsarbeiten waren über 70 Einsatzkräfte gleichzeitig beteiligt. Insgesamt waren über die gesamte Einsatzdauer gut 500 Rettungskräfte vor Ort.

Teileinsturz über dreieinhalb Stockwerke

Am 27. Juli 2020 wurde die Feuerwehr über einen Teileinsturz eines Gebäudes in der Luisenstraße informiert. Als die ersten Einsatzkräfte bereits vier Minuten nach der Alarmierung an der Einsatzstelle eintrafen, ergab eine erste Lageerkundung, dass es in einem leer stehenden Gebäude bei Bauarbeiten zu einem Teileinsturz über dreieinhalb Geschoße gekommen war und ein 39-jähriger Bauarbeiter vermisst wird. Im ersten Schritt mussten zeitintensive Sicherungs- und Vorbereitungsmaßnahmen vorgenommen werden. Ein weiterer Bauarbeiter wurde aufgrund einer internistischen Erkrankung vorsorglich zur weiteren medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus transportiert.

Sehr komplexe und dynamische Einsatzsituation

Frühzeitig stand fest, dass sich die Einsatzstelle als sehr komplex und dynamisch darstellte. So bestand weiterhin akute Einsturz- sowie Lebensgefahr im Bereich der Einsturzstelle. Aufgrund der Lage der einzelnen Trümmerteile war zunächst keine direkte Zugangsmöglichkeit gegeben. Zur Einschätzung der vorerst unklaren statischen Situation der Einsturzstelle orderte die Feuerwehr Düsseldorf bereits zu Einsatzbeginn erfahrene Bauingenieure, Statiker und Spezialisten des Technischen Hilfswerks zur Einsatzstelle. Vorsorglich räumte die Feuerwehr in Zusammenarbeit mit der Polizei im Einsatzverlauf mehrere angrenzende Gebäude, sodass 40 Menschen ihre Wohnungen verlassen mussten.

Zeitgleich trennten Mitarbeiter der Netzgesellschaft Düsseldorf die gesamte Energiezufuhr des Gebäudes. Um ein weiteres Einstürzen und Herabfallen von Bauteilen und Trümmerteilen zu verhindern mussten die Einsatzkräfte sehr besonnen und umsichtig handeln. Dies erforderte eine detailreiche Planung der nächsten Arbeitsschritte, um so mit der Vermisstensuche schnellstmöglich zu beginnen. Noch in der Planungsphase kam es zu weiteren Bewegungen von Trümmerteilen, die eine Ausweitung des Gefahrenbereiches notwendig machte.

In den Abendstunden meldete sich erneut ein Arbeitskollege des Vermissten bei der Feuerwehreinsatzleitung und berichtete, dass ein zweiter Arbeitskollege vermisst werde, der mit auf der Baustelle anwesend war. Somit musste die Feuerwehr Düsseldorf nun von zwei Verschütteten ausgehen. Im weiteren Verlauf des Montagabends konnte das Fachgremium eine erste Zugangsmöglichkeit zu dem Einsturzbereich ausfindig machen. Ziel dieser Maßnahmen war eine schnelle Bergung der Trümmerteile, um schnellstmöglich die beiden vermissten Bauarbeiter zu lokalisieren und im Anschluss aus dem Einsturzbereich zu retten.

Kein Kontakt zu den Verschütteten

Seit Einsatzbeginn gab es keinen direkten Kontakt zu den beiden Vermissten. Eine erste Eingrenzung des vermuteten Fundortes konnte per Rekonstruktion des letzten Arbeitsplatzes eingegrenzt werden. Auch konnte ein Handy eines Verunglückten geortet werden. Weiterhin standen mehrere Rettungshunde für eine Suche der verunglückten Männer bereit.

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Vorsorglich wurden auch die angrenzenden Gebäude evakuiert
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Erste Zugangsmöglichkeit geschaffen

Die Feuerwehr Düsseldorf suchte auch in der Nacht zu Dienstag weiterhin unter Hochdruck an einer Zugangsmöglichkeit in den eingestürzten Bereich, um die weitere Ortung der Vermissten zu konkretisieren. Den Einsatzkräften gelang es schließlich eine erste Zugangsmöglichkeit zu finden. So konnte sich die Feuerwehr am frühen Dienstagmorgen einen ersten Zugang in den betroffenen Bereich – in dem die Verunglückten vermutet wurden – verschaffen. Im Anschluss daran konnten Teile des Baugerüstes zur Seite geräumt und weitere Trümmer- und Gebäudeteile von der Einsatzstelle in mühevoller Kleinstarbeit entfernt werden. Auch die Höhenretter der Feuerwehr begleiteten die Räumungs- und Sucharbeiten. Bei diesen Arbeiten wurde im Verlauf des Dienstagmorgens einer der vermissten Bauarbeiter tot unter den Trümmern gefunden. Eine direkte Bergung des Leichnams war zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht möglich, da weiter Einsturzgefahr bestand und die Einsatzleitung zum Schutz des noch weiter vermissten 35-Jährigen äußerst umsichtig vorging. Auch in dieser sehr belastenden Situation standen permanent Notfallseelsorger und der Notfallpsychologe des Gesundheitsamtes den Angehörigen der Verschütteten zur Seite. Zu der Zeit konnte den Angehörigen nicht mitgeteilt werden, um welchen der beiden Verunglückten es sich hier handelte.

Feuerwehr führt Menschenrettung in die zweite Nacht: Minidrohne im Einsatz

Über den ganzen Dienstag hin liefen die Rettungsarbeiten an der Einsatzstelle. Weiterhin galt ein Handwerker im Trümmerfeld als vermisst. Nachdem am frühen Dienstagmorgen einer der verschütteten Bauarbeiter tot aufgefunden worden war, blieb die Identität des tödlich verunglückten Handwerkers weiter unklar. Die Feuerwehr bereitete sich auf einen weiteren Nachteinsatz vor und erwartete einen 300-Tonnen-Kran, um nun das Trümmerfeld nach und nach von oben abzutragen. Dabei war es unter anderem notwendig einen Zugang zum Untergeschoß zu schaffen. Mit vielen Baustützen wurde ein Weg geschaffen und ein Loch geschnitten, um die dort liegenden Hohlräume mit einer Teleskopkamera und einer Minidrohne abzusuchen. Alle gefundenen Hohlräume im Kellergeschoß wurden kontrolliert, aber die vermisste Person wurde nicht gefunden. Nach einer ausführlichen Lagebegutachtung hat die Feuerwehr das Trümmerfeld von oben abgetragen, um so Teil für Teil die Suche nach dem Vermissten fortzuführen. Diese Maßnahme war sehr fordernd und in Teilen risikoreich. In der Nacht konnten weitere Sicherheitsmaßnahmen erfolgreich durchgeführt werden. So war es möglich, große Bauteile, die abzustürzen drohten, zu sichern und zum Teil abzutragen. Die Personensuche des vermissten Arbeiters lief die gesamte Nacht über weiter.

Zweiter Bauarbeiter wurde tot gefunden

Am Mittwoch Mittag gelang es den Einsatzkräften, weitere Trümmerteile aus dem Einsturzgebiet zu entfernen und sich dem Suchbereich, in dem der zweite vermisste Arbeiter vermutet wurde, zu nähern. Während dieser Arbeiten fanden die Höhenretter der Feuerwehr den zweiten vermissten Bauarbeiter. Eine Notärztin konnte nur noch den Tod feststellen. Eine direkte Bergung der beiden Leichname war weiterhin nicht möglich. Um beide Verstorbenen aus den Trümmern zu bergen, mussten weitere Trümmerteile zur Seite geschafft werden. Weiter konnte die Identität des Toten, der im Laufe des Dienstags gefunden wurde, durch einen DNA-Test bestimmt werden. Auch in den kommenden Stunden arbeiteten die Einsatzkräfte unter Hochdruck und stellenweise in mühevoller Handarbeit, um so die beiden Verstorbenen zu bergen.

Am frühen Mittwochabend waren die Arbeiten so weit fortgeschritten, dass die Einsatzkräfte einen der beiden Verunglückten aus den Trümmern bergen konnten. Die Feuerwehr setzte die Beseitigung des Bauschuttes und der Gebäudeteile bis in den späten Abend fort, um auch den zweiten Leichnam zeitnah aus den Trümmern bergen zu können. Gegen 23.30 Uhr konnten die Einsatzkräfte zwei massive Trümmerteile entfernen und so den zweiten Verstorbenen aus dem Einsturzgebiet bergen. Im Anschluss an die Bergung der beiden Verunglückten wurden durch die Feuerwehr noch die letzten einsturzgefährdeten Bauteile entfernt.

Abschließende Arbeiten

Am Donnerstag wurden von der Feuerwehr Düsseldorf die letzten Rückbaumaßnahmen und abschließende Arbeiten vorgenommen und die Einsatzstelle zur Ermittlung der Unfallursache an die Kriminalpolizei übergeben.

Die Feuerwehr Düsseldorf war insgesamt über drei Tage an der Einsturzstelle tätig und stellenweise mit über 70 Einsatzkräften von allen Feuer- und Rettungswachen der Feuerwehr Düsseldorf, unterstützt durch Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr, das Technische Hilfswerk, das städtische Bauaufsichtsamt, Bauingenieure und Statiker mehrerer Ingenieurbüros, Fachleute eines Spezialunternehmens sowie die Düsseldorfer Notfallseelsorge und den leitenden Notfallpsychologen der Stadt Düsseldorf. Weiters gab es eine gute Zusammenarbeit mit der Notfallseelsorge, dem Notfallpsychologen des Gesundheitsamtes, der Netzgesellschaft sowie der Polizei. Für die gesamte Einsatzdauer kam es rund um die Luisenstraße zu einer erheblichen Einschränkung des Straßenverkehrs. 

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