DAS COOLSTE FEUERWEHR-MAGAZIN

Agiles

Schwergewicht

Agiles Schwergewicht

TEXT HERMANN KOLLINGER
FOTOS KOBIT THZ

Der tschechische Feuerwehrfahrzeughersteller „Kobit THZ“ baut nicht nur immer wieder interessante Fahrzeuge, er versteht es auch, diese oft perfekt in Szene zu setzen. Heute holen wir einen Tatra Phoenix T158 6.6.2 vor den Vorhang.

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MIT EINEM DREHMOMENT VON 2.300 NM LÄSST SICH GUT ARBEITEN
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Mit 462 PS über Stock und Stein

Die Rede ist von einem echten Offroader, einem 9.000 Liter Wasser und 540 Liter Schaum fassenden Tanklöschfahrzeug, das auf einem Tatra Phoenix T158 6×6.2 Fahrgestell aufgebaut ist. Für eine ordentliche Fahrleistung stecken in der Maschine (Euro 5) satte 340 kW bzw. 462 PS mit einem Nettodrehmoment von 2.300 Nm (1000-1410 U / min). Die Power wird über 16 R 20 M+S Reifen auf den Boden übertragen. Der Antrieb erfolgt über ein Allison-Getriebe mit Automatik inklusive hydrodynamischem Retarder und Wandler. Bei eingeschaltetem Nebenantrieb, also bei Pump und Roll, ist mit dem Dreiachser eine Geschwindigkeit von bis zu 10 km/h möglich. Wenn die Fahrbahn etwas rumpelig wird, sind selbstverständlich gefederte Sitze für Lenker und Beifahrer in der klimatisierten Kabine vorhanden, bei der beheizte Spiegel auch nicht fehlen. 

Apropos Kabine: Neben dem Platz fürs Radio ist auch für das Laden elektrischer Geräte vorgesorgt, sodass dort unter anderem auch zwei USB-Anschlüsse bereits Standard sind. Ebenso praktisch ist die beheizte Rückfahrkamera, damit der Fahrer über das 5-Zoll-Display auch ausreichend Sicht nach hinten hat.

Zwei Wasserwerfer

Der Offroad-Tanker ist mit zwei Wasserwerfern ausgestattet. Einer davon sitzt am Dach, der andere ist im Frontbereich des Tatras montiert. Der Dachwerfer ist stufenlos verstellbar und bringt zwischen 800 und 4.000 Liter Wasser pro Minute zum Ziel, das je nach verwendetem Modus 1 bis 50 m weit vom Lkw entfernt liegen kann. Der Bereich der Strahlbewegungen liegt vertikal bei 0 bis + 90 Grad, horizontal bei 0 bis + 360 Grad. 1 bis 30 Meter Reichweite schafft der Frontwerfer, der so wie sein Bruder am Dach von der Kabine aus gesteuert wird und 200 bis 800 Liter Löschmittel auf die Brandstelle pulvern kann. Der Hochdruckteil der Feuerlöschpumpe arbeitet mit einem Nenndruck von 4,0 MPa und einem Nenndurchfluss von mindestens 150 l pro Minute.

Jeweils im hinteren Geräteraum befindet sich eine Schnellangriffseinrichtung mit einem Schlauchvorrat von jeweils 60 m (formstabil). An den Schläuchen ist ein Rohr zum Löschen mit Wasser und Schaum angeschlossen. Die Düse ist eine kombinierte Hochdruckdüse gemäß ENSN EN 15182-4 + A1, Typ 3 (Hochdruckstrahl mit variabler Durchflussform und wählbarem konstanten Durchfluss) und mit einem Ventilsteuerhebel ausgestattet.

WASSERDICHT  Alle elektrischen An- und Zubauten die unterhalb der Watttiefe sind, wurden wasserdicht verbaut.

30.000 Lumen konzentriertes Licht

Die beiden 24-Volt LED-Scheinwerfer des Lichtmastes sind in eine Richtung ausgerichtet und erlauben so mit mindestens 30.000 Lumen Leistung ein vernünftiges Ausleuchten der gewünschten Stelle. Mit einer Fernbedienung mit einem 3 m langen Verbindungskabel können die Scheinwerfer entlang der horizontalen Achse gekippt und der Lichtmast entlang der vertikalen Achse im Bereich von 0 bis 360 Grad gedreht werden. Wird übrigens die Feststellbremse des Fahrzeuges gelöst, senkt sich der Lichtspender, der über das elektrische System CAS 24 V versorgt wird, automatisch. Und weil wir gerade beim Licht sind: Die Sondersignalanlage liefert sowohl rotes als auch blaues Licht.

Immer informiert, wie viel drin ist

Das Tanklöschfahrzeug ist an beiden Seiten zwischen den Jalousien (der insgesamt sechs Seitengeräteräume) mit optischen Anzeigen ausgestattet. Die in LED ausgeführten Füllstandsanzeigen visualisieren den aktuellen Status der Menge an Wasser und Schaummittel (mindestens 20%, 40%, 60%, 80% und 100%). Grün oder Blau gilt dem Wasser, Gelb ist dem Schaummittelfüllstand zugeordnet. Wenn der Füllstand 20% erreicht bzw. diesen unterschreitet, dann signalisiert rot blinkendes Licht dieses Manko. Die Füllstandsanzeigen werden beim Einschalten des Hauptschalters der Pumpe automatisch eingeschaltet und ragen nicht über die Kontur des Aufbaus hinaus.

AUSGEWACHSEN
Neben einem Kohlebagger sieht der Tatra fast schon klein aus – ist er aber ganz und gar nicht. Stolze 3.500 mm ist das Fahrzeug hoch. Für den Schnellangriff stehen 60 Meter Schlauch zur Verfügung.

WASSERTRÄGER
Beim Tatra Phoenix finden 5.000 Liter Wasser und 540 Liter Schaummittel Platz. Abgegeben wird das Wasser über zwei Werfer. Einer befindet sich am Dach und einer an der Front. Bis zu 50 Meter weit „schießt“ der Dachwerfer.

Ab ins Wasser

Der Offroad-Tatra ist für eine Watttiefe von mindestens 1.200 Millimeter ausgelegt, langsames Fahren vorausgesetzt. Elektrische Geräte unterhalb der Wattlinie sind wasserdicht ausgeführt. Wird der Tanker mit Scheinwerfern (Abblend- und Fernlichtscheinwerfern) ausgestattet, deren unterer Teil der Wirkfläche weniger als 100 mm über der Wattlinie liegt, sind diese wasserdicht ausgeführt. Der Offroader ist dann mit zusätzlichen Scheinwerfern im Raum unter der Windschutzscheibe oder über der Frontscheibe der Mannschaftskabine ausgestattet – diese sind separat schaltbar und bieten während der Fahrt im Wasser einen vollwertigen Ersatz für die zu der Zeit „tauchenden“ Lichtquellen. Die tieferliegenden Geräteräume sind für einen Spontaneintritt von Wasser ausgelegt und lassen lediglich begrenzt Flüssigkeit durchsickern. Letztere haben übrigens durchgehend eine nutzbare Innentiefe von mindestens 60 cm.

Die Lebensdauer

Die technische Lebensdauer des Fahrzeuges, dessen Gesamthöhe 3.500 mm nicht überschreitet, wird von Kobit THZ bei normalem Betrieb und einer jährlichen Laufleistung von bis zu 10.000 km mit mindestens 16 Jahren angegeben.

PUMP & ROLL
Bei eingeschaltetem Nebenantrieb ist eine Geschwindigkeit von bis zu 10 km/h möglich.

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