DAS COOLSTE FEUERWEHR-MAGAZIN

DIE JUMBO-

AUFGABE

Die Jumbo-Aufgabe

TEXT GERNOT FRIESCHER
FOTOS ANI / AFP / PICTUREDESK.COM

Wenn Feuerwehrleute zu einer Tierrettung ausrücken, so finden sich meist Kühe, Pferde, Hunde oder Katzen in einer Notlage. Mit einem Problemfall der eher seltenen Art waren Einsatzkräfte in Indien konfrontiert. Ein Elefant ist in einen Brunnenschacht gefallen, der rund 17 Meter tief ist. Feuerwehrleute arbeiteten stundenlang gemeinsam mit Mitarbeitern eines Wildparks zusammen, um das Schwergewicht aus seiner Lage zu befreien.

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WAHRSCHEINLICH IST DER ELEFANT VOR HUNDEN GEFLÜCHTET UND IN DEN SCHACHT GESTÜRZT
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Als ziemlich schweißtreibend und zeitintensiv stellte sich die Rettung eines Elefanten in Indien heraus. Dorfbewohner wurden auf die seltsamen Geräusche aufmerksam und fanden dann den Elefanten in seiner misslichen Lage. Dieser war im südindischen Tamil Nadu in einen 17 Meter tiefen Brunnen gestürzt. Ganze 14 Stunden dauerte es, bis die Rettungskräfte das Schwergewicht aus seiner Notlage befreien konnten. Etwa 50 Helfer und Feuerwehrleute mussten aufgrund der Gegenwehr des Elefanten zu drastischen Mitteln greifen. So wurde der Elefant schließlich in der Nacht betäubt, wodurch Helfer anschließend zum Tier hinabsteigen konnten. Dort wurden Riemen an den Füßen angebracht, sodass der Elefant mit einem Kran kopfüber wieder an die Oberfläche gebracht werden konnte. Nach einer ersten Untersuchung konnte der wilde Elefant ohne größere Verletzungen wieder in den Wald zurückkehren.

HELLE AUFREGUNG IM DORF
In Indien sind Elefanten keineswegs so exotisch wie bei uns, doch die aufwendige Rettungsaktion war Gesprächsthema Nummer eins im südindischen Tamil Nadu.

Glück im Unglück

„Dass der Elefant nicht nur unverletzt war, sondern überhaupt gerettet werden konnte, macht ihn wohl zum glücklichsten Elefant in Indien“, so der an der Rettungsaktion beteiligte Förster Rajkumar. Er ist der Meinung, dass der Elefant wohl während der Suche nach Nahrung in den mit Ästen bedeckten Brunnenschacht getreten und hineingefallen war. Förster Rajkumar schildert allerdings noch eine weitere mögliche Erklärung: „Da es in der Umgebung viele freilebende Hunde gibt, kann es auch sein, dass der Elefant vor diesen flüchten wollte und in der Eile den Brunnenschacht übersah. Elefanten sind nämlich grundsätzlich sehr vorsichtig und achten genau darauf, wo sie hintreten.“ In Indien leben rund 30.000 Elefanten. Das entspricht knapp zwei Dritteln der asiatischen Elefantenpopulation in freier Wildnis. So frei und unberührt sind jedoch längst nicht mehr alle Lebensräume dieser Wildtiere. Immer mehr Wohngebiete entstehen dort und bedrohen ihren Lebensbereich. Das bleibt nicht ohne Folgen: Nach Angaben der indischen Regierung starben zwischen 2014 und 2019 etwa 2.360 Menschen durch Elefanten-Angriffe. Im gleichen Zeitraum wurden rund 500 Elefanten durch Wilderei, Vergiftungen oder Stromschläge getötet. 

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