Emergency

Error

Battle

Emergency Error Battle

TEXT HERMANN KOLLINGER
FOTOS HERMANN KOLLINGER

Etwas außergewöhnlich wirkte es, als in Oberösterreich plötzlich der Begriff „Error Battle Challenge“ aufgetaucht ist und noch dazu eine Feuerwehrveranstaltung darstellen sollte. Umso mehr überraschte der Event, der im Zuge des Ars Electronica

Festivals im September 2018 über die Bühne ging. Eine Löschangriffsübung der besonderen Art in einer außergewöhnlichen Umgebung mit außergewöhnlichen Mitteln.

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Die Aufgabe klingt
komplex.
Ist sie auch.
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Die Zukunft des Helfens – Emergency Error Battle: „Eine Explosion verursachte eine Systemstörung der Smarthome-Technologie des Spirofall in der Postcity. In weiterer Folge entstand ein nur schwer zu kontrollierender Brand im Obergeschoß. Der Systembetreuer Florian K. gilt seither als vermisst. Die Rauchentwicklung im Obergeschoß lässt das 

Freisetzen von Gasen, die halluzinogene Wirkungen hervorrufen können, befürchten. Der Systembetreuer ist unauffindbar. Die Situation scheint unlösbar. Es gilt, die vermisste Person zu finden und zu retten – sowie den Brand zu löschen!“ Das war die Ausgangslage bzw. der Einsatzbefehl für die am Emergency Error Battle teilnehmenden Feuerwehrleute. 

Es sollte mit dem Szenario ein Vorfall in einem Hightech-Gebäude simuliert werden, wo es zu einem „Fehler“ (Error) gekommen ist. Neben der Brandbekämpfung und Menschenrettung war es auch erforderlich, einen Code für das Öffnen der Haustüre zu ergattern bzw. durch Gedankenübertragung einem Teil der Mannschaft zu vermitteln.

Schwieriger Werdegang

„Neue Technologien schützen Menschenleben! Gerade im Bereich der Bekämpfung von Notfällen ist es verlockend, neue Technologien zum Einsatz zu bringen – um Menschenleben zu schützen und letztendlich zu retten – vielleicht mit deutlich weniger Risiko für die Einsatzkräfte. Kann man eine natürliche menschliche Intuition durch künstliche Intelligenz ersetzen? Wie können neue Technologien einer bestehenden und funktionierenden Teamstruktur unterstützend Hilfe leisten?“ Das war die Fragestellung, mit der man im Vorfeld des diesjährigen Ars Electronica Festivals, das unter dem Motto „Error – the Art of Imperfection“ Anfang September über die Bühne ging, an den Oö. Landes-Feuerwehrverband herangetreten ist. Im Zuge der Information an alle Feuerwehren Oberösterreichs bestanden die Teilnahmebedingungen unter anderem daraus, nicht nur ein Team von neun bis 15 Leuten zu stellen, sondern sich gleichzeitig zu überlegen, wie man sich künftige Feuerwehreinsätze in vermehrter Kombination mit Hightech-Ausstattung vorstellen könnte. Entsprechend gemischt waren die Erwartungen. Sie wurden aber am 8. September 2018 mit Spannung, Witz und einem außergewöhnlichen Flair mehr als nur erfüllt. 

Die Postcity

Bei der Postcity handelt es sich um das aus Kapazitätsgründen inzwischen nur mehr teilweise in Betrieb stehende Postverteilerzentrum direkt am Linzer Hauptbahnhof. Die Zone der Paket- und Briefsortieranlage galt hierbei jedoch ausschließlich der Feuerwehr. Geprägt ist die Umgebung von einer Vielzahl an spiralförmigen Rutschen, über die vormals Pakete und Briefe sortiert worden waren. Der Zweck der vorherrschenden Unordnung mit einer Vielzahl an herumliegenden Teilen offenbarte sich erst im Zuge der am Vormittag stattgefundenen Erstbesprechung für die ab 13.00 Uhr ablaufende Challenge. Geplant wäre im Vorfeld ein Ausscheideverfahren um die besten acht Gruppen gewesen, da man davon ausgegangen ist, ein Durchgang würde (unter Beobachtung der Besucher) mindestens 15 Minuten in Anspruch nehmen. Aber schon bei der Besprechung, der nur die Kommandanten der jeweiligen Gruppe beiwohnen durften, wurde klar, dass das Auffassungsvermögen der Feuerwehrleute ausgezeichnet ist, denn sie dauerte nur die halbe Zeit vom geplanten Pensum von zwei Stunden.

Die Postcity

Neben der Brandbekämpfung und Menschenrettung war es auch erforderlich, einen Code für das Öffnen der Haustüre (symbolisiert durch einen Schranken) zu ergattern bzw. durch Gedankenübertragung einem Teil der Mannschaft anzudeuten, welcher von zwei möglichen Einsatzbereichen gerade aktuell betroffen ist. Die vorgesehene Mannschaft tritt ein und erhält den Angriffsbefehl, mit dessen Durchführung die Zeitmessung startet. Ein Atemschutztrupp hat die Aufgabe, sich über die Schlängelrutschen nach oben zu kämpfen und sich den Weg über Stiegen und Förderbänder zu einer durch ein rotes Licht signalisierten Stelle durchzukämpfen. Das Strahlrohr wird dann aufgezogen und der Brand gelöscht. Der Weg zurück führt über Stiegen wieder nach unten in die Halle. In der Zwischenzeit hat die Mannschaft im Erdgeschoß alles erforderliche – am Ende des Raumes gelagerte – Material zu den jeweiligen Orten gebracht, wo sie von den Trupps benötigt werden. Hier kommt zusätzliche Technik ins Spiel, da auch ein Raupenmanipulator bedient werden muss, mit dem nicht nur Material zu transportieren, sondern auch ein fiktiver Löschangriff durchzuführen ist. 

Das Löschen des simulierten Brandes eröffnet dem Rettungstrupp (ohne schwerem Atemschutz) den Weg, sich auf die Suche nach dem vermissten Florian K. zu machen. Auch hier gilt es sich den Weg über die Rutschen nach oben zu schlängeln. Dort erfolgt über Funk die Einweisung in die „Gebäudezone“, wo der Vermisste vermutet wird. Diese Information wird per  Gedankenübertragung übermittelt. Nach Lokalisierung des abgängigen Systembetreuers – dieser kann sich in weiterer Folge zugunsten einer Beschleunigung des Ablaufes wieder aus eigener Kraft bzw. lediglich von einem Feuerwehrmann gestützt fortbewegen – geht es über die Rutschen wieder nach unten. Halt – zuvor ist das Freizeichen abzuwarten, denn unmittelbar vor dem unteren Rutschbahnende ist der die Haustür simulierende Schranken montiert. Dieser muss logischerweise offen sein, bevor es losgeht. Der Haken an der Sache: Die Haustür ist nur über die Smartphone App am Handy von Florian K. zu öffnen, doch dazu ist der PIN Code zum Entsperren des Gerätes erforderlich. Nur woher kommt dieser? Zwei der Teamplayer haben – natürlich zeitgleich mit den anderen – das virtual reality Spiel „Levers & Buttons“ zu absolvieren. Dieses Spiel, das die goldene Nica in der Kategorie U19 – CREATE YOUR WORLD gewonnen hat, muss von einer Person am Computer und von einer weiteren über die Brille gespielt werden. Auch hier ist es notwendig zusammenarbeiten. Ist das erledigt, erhält man den PIN Code und muss diesen per Funk weitergeben bzw. dann den Schranken über die Smartphone App öffnen. Das bedeutet dann das Freizeichen für die Rutsche für den Rettungstrupp und den Geretteten. Nach einem Schlag auf den Buzzer bei Erreichen von Florian K. in der Ausgangsebene war die Challenge absolviert und die Zeitmessung beendet. 

Die knifflige Aufgabe

Neben der Brandbekämpfung und Menschenrettung war es auch erforderlich, einen Code für das Öffnen der Haustüre (symbolisiert durch einen Schranken) zu ergattern bzw. durch Gedankenübertragung einem Teil der Mannschaft anzudeuten, welcher von zwei möglichen Einsatzbereichen gerade aktuell betroffen ist. Die vorgesehene Mannschaft tritt ein und erhält den Angriffsbefehl, mit dessen Durchführung die Zeitmessung startet. Ein Atemschutztrupp hat die Aufgabe, sich über die Schlängelrutschen nach oben zu kämpfen und sich den Weg über Stiegen und Förderbänder zu einer durch ein rotes Licht signalisierten Stelle durchzukämpfen. Das Strahlrohr wird dann aufgezogen und der Brand gelöscht. Der Weg zurück führt über Stiegen wieder nach unten in die Halle. In der Zwischenzeit hat die Mannschaft im Erdgeschoß alles erforderliche – am Ende des Raumes gelagerte – Material zu den jeweiligen Orten gebracht, wo sie von den Trupps benötigt werden. Hier kommt zusätzliche Technik ins Spiel, da auch ein Raupenmanipulator bedient werden muss, mit dem nicht nur Material zu transportieren, sondern auch ein fiktiver Löschangriff durchzuführen ist. 

Das Löschen des simulierten Brandes eröffnet dem Rettungstrupp (ohne schwerem Atemschutz) den Weg, sich auf die Suche nach dem vermissten Florian K. zu machen. Auch hier gilt es sich den Weg über die Rutschen nach oben zu schlängeln. Dort erfolgt über Funk die Einweisung in die „Gebäudezone“, wo der Vermisste vermutet wird. Diese Information wird per  Gedankenübertragung übermittelt. Nach Lokalisierung des abgängigen Systembetreuers – dieser kann sich in weiterer Folge zugunsten einer Beschleunigung des Ablaufes wieder aus eigener Kraft bzw. lediglich von einem Feuerwehrmann gestützt fortbewegen – geht es über die Rutschen wieder nach unten. Halt – zuvor ist das Freizeichen abzuwarten, denn unmittelbar vor dem unteren Rutschbahnende ist der die Haustür simulierende Schranken montiert. Dieser muss logischerweise offen sein, bevor es losgeht. Der Haken an der Sache: Die Haustür ist nur über die Smartphone App am Handy von Florian K. zu öffnen, doch dazu ist der PIN Code zum Entsperren des Gerätes erforderlich. Nur woher kommt dieser? Zwei der Teamplayer haben – natürlich zeitgleich mit den anderen – das virtual reality Spiel „Levers & Buttons“ zu absolvieren. Dieses Spiel, das die goldene Nica in der Kategorie U19 – CREATE YOUR WORLD gewonnen hat, muss von einer Person am Computer und von einer weiteren über die Brille gespielt werden. Auch hier ist es notwendig zusammenarbeiten. Ist das erledigt, erhält man den PIN Code und muss diesen per Funk weitergeben bzw. dann den Schranken über die Smartphone App öffnen. Das bedeutet dann das Freizeichen für die Rutsche für den Rettungstrupp und den Geretteten. Nach einem Schlag auf den Buzzer bei Erreichen von Florian K. in der Ausgangsebene war die Challenge absolviert und die Zeitmessung beendet. 

Die Gedanken-übertragung

Die Übermittlung eines Signals per Gedankenübertragung –  Einfach so und ohne Hilfsmittel geht das natürlich (noch) nicht. Das bedeutet, der jeweilige Feuerwehrmann trägt eine spezielle Haube, die die Gehirnströmungen misst. Das geschah so, dass der „Denker“ während des Spiels zwei Bilder eingeblendet bekommen hat. Der danebenstehende Helfer teilte ihm dann mit, auf welches von beiden er sich konzentrieren soll. Kurz darauf leuchtete beim Rosenbauer Concept Fire Truck, der sich im öffentlich zugänglichen Bereich der Veranstaltung befand, entweder das Blaulicht oder die Umfeldbeleuchtung auf. Ein davorstehendes Teammitglied gab dann die jeweils aufgeleuchtete Farbe über Funk an den Atemschutztrupp weiter, der damit wusste, welcher Suchbereich für ihn zutrifft. 

Es sei an dieser Stelle mitgeteilt, dass sich diese Technologie im Alltag bereits bewährt. Nicht nur in der Medizin sondern auch bei schwer beeinträchtigen Menschen, die auf diese Weise per Gedankenübertragung eine virtuelle Computertastatur bedienen können.

 

Die Praxis und das Resümee

Es ist unumstritten, dass es die erste teilnehmende Gruppe (FF Oftering) am schwersten hatte, den Parcours zu bewältigen. Bei elfeinhalb Minuten lag die erste Zeit des Teams immer noch ein Drittel unterhalb der Erwartungen im Vorfeld. Rasch verringerten sich die Durchlaufzeiten bis in den Sieben-Minuten-Bereich. Wie bei jedem anderen Bewerb auch sorgten Ungereimtheiten wie beispielsweise das Verheddern von Leinen, das nicht Auffinden des Vermissten, Orientierungsschwierigkeiten etc. teilweise für massive Zeitverzögerungen. Für die Atemschutzgeräteträger ging es auch ins Eingemachte, da der Parcours doch einiges an Kraft und Ausdauer verlangte. Mit von der Partie war auch jede Menge Spaß an einer außergewöhnlichen Herausforderung bei einer außergewöhnlichen Veranstaltung im Herzen der oberösterreichischen Landeshauptstadt. „Eigentlich eine Challenge, die jederzeit mit mehr Teilnehmern wiederholbar wäre“, so einer der Feuerwehrleute vor Ort.   

Über einen Zeitraum von mehreren Minuten wird am Computer eine Art Memory-Spiel vollzogen. Darüber erfolgt die Messung der dabei aktiven Gehirnströme, die in der Folge verwendet werden, um die bei der Challenge geforderte Anzeige per Gedankenübertragung zu aktivieren. 

Der „Denker“ bekam während des Spiels zwei Bilder eingeblendet und der danebenstehende Helfer teilte ihm dann mit, auf welches von beiden er sich konzentrieren sollte.

Die Praxis und das Resümee

Es ist unumstritten, dass es die erste teilnehmende Gruppe (FF Oftering) am schwersten hatte, den Parcours zu bewältigen. Bei elfeinhalb Minuten lag die erste Zeit des Teams immer noch ein Drittel unterhalb der Erwartungen im Vorfeld. Rasch verringerten sich die Durchlaufzeiten bis in den Sieben-Minuten-Bereich. Wie bei jedem anderen Bewerb auch sorgten Ungereimtheiten wie beispielsweise das Verheddern von Leinen, das nicht Auffinden des Vermissten, Orientierungsschwierigkeiten etc. teilweise für massive Zeitverzögerungen. Für die Atemschutzgeräteträger ging es auch ins Eingemachte, da der Parcours doch einiges an Kraft und Ausdauer verlangte. Mit von der Partie war auch jede Menge Spaß an einer außergewöhnlichen Herausforderung bei einer außergewöhnlichen Veranstaltung im Herzen der oberösterreichischen Landeshauptstadt. „Eigentlich eine Challenge, die jederzeit mit mehr Teilnehmern wiederholbar wäre“, so einer der Feuerwehrleute vor Ort.