Sattelzugbrand
legt A21 lahm
Sattelzugbrand legt A21 lahm
TEXT André Stangl
FotoS FF Alland
Ein aufmerksamer Hinweis am frühen Morgen führte auf der A21 zu einem Großeinsatz: Ein mit Reifen beladener Sattelzug geriet in Vollbrand, dichter Rauch zwang zur Totalsperre. Mehrere Feuerwehren kämpften unter herausfordernden Bedingungen mit Mittelschaum gegen die enorme Brandlast, während sich das Nachlöschen über Stunden hinzog und die Bergung schweres Gerät erforderte.
Ein Feuer, das den Morgen verschluckte
In den frühen Morgenstunden bemerkte ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Alland auf der A21 in Fahrtrichtung Wien einen brennenden Sattelzug und setzte umgehend den Notruf bei der Bezirksalarmzentrale (BAZ) ab. Um 06:40 Uhr wurden die Freiwilligen Feuerwehren Alland und Heiligenkreuz zu einem „Fahrzeugbrand – Groß“ alarmiert. Die Anfahrt gestaltete sich aufgrund massiven Rückstaus und einer nicht ordnungsgemäß gebildeten Rettungsgasse äußerst schwierig. Beim Eintreffen der ersten Kräfte stand der mit Reifen beladene Sattelzug bereits in Vollbrand. Das Feuer hatte auf die angrenzende Böschung übergegriffen, zudem lagen brennende Reifen über mehrere Fahrspuren verteilt. Der Lenker wurde vom Roten Kreuz mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Parallel betreute das Rote Kreuz die im Stau stehenden Fahrzeuginsassen und versorgte diese mit Trinkwasser.
Blaulicht im Morgengrauen, dichter Rauch über der A21 und im Hintergrund ein Sattelzug, der bereits vollständig durchbrennt.
Schaumteppich und Atemschutz im harten Löschkampf
Unmittelbar nach dem Eintreffen begann ein massiver Löschangriff unter schwerem Atemschutz. Um den Brandumfang zu bewältigen, alarmierte der Einsatzleiter weitere Feuerwehren nach: Klausen-Leopoldsdorf, Gaaden, Sittendorf, Sparbach, Groisbach, Brunn am Gebirge sowie Baden-Weikersdorf. Mehrere Löschleitungen und der Einsatz von Mittelschaum legten einen dichten Schaumteppich über Brandgut und Fahrbahn und brachten das Feuer schrittweise unter Kontrolle. Zur Sicherstellung der Wasserversorgung stand das Großtanklöschfahrzeug (GTLF) der Freiwilligen Feuerwehr Brunn am Gebirge im Einsatz; zusätzlich wurde ein Pendelverkehr zu umliegenden Hydranten eingerichtet. Aufgrund der starken Rauchentwicklung musste die A21 in beiden Fahrtrichtungen vollständig gesperrt werden. Eine Gefährdung der Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt, da sich der betroffene Autobahnabschnitt nicht in einem besiedelten Gebiet befindet.
» DER SCHAUM LAG WIE SCHNEE AUF DER FAHRBAHN. DOCH DARUNTER ARBEITETE DIE GLUT WEITER. «
Zähes Nachglühen bis zum endgültigen Aus
Die Nachlöscharbeiten erwiesen sich als besonders anspruchsvoll: In den verbrannten, teils ineinander verschmolzenen Reifenresten befanden sich immer wieder versteckte Glutnester, die erneut aufflammten. Nach mehreren Stunden räumte ein Schneepflug der ASFINAG eine Fahrspur von der dichten Löschschaumdecke frei, um die seit Stunden stehenden Fahrzeuge vorsichtig an der Einsatzstelle vorbeizuleiten.
Das Brandgut wurde anschließend mit zwei Kränen und Greifern zerteilt, um auch die letzten Glutnester gezielt ablöschen zu können. Der vollständig ausgebrannte Sattelzug wurde von einer Bergefirma mit zwei Kränen auf einen Tieflader verladen; für den sicheren Abtransport mussten zuvor lose und abstehende Fahrzeugteile mithilfe eines Winkelschleifers entfernt werden. Die Totalsperre konnte erst gegen die Mittagszeit aufgehoben werden. Nach rund elf Stunden im Dauereinsatz rückte die Freiwillige Feuerwehr Alland wieder in das Feuerwehrhaus ein. Im Anschluss waren umfangreiche Reinigungsarbeiten an Fahrzeugen, Gerätschaften und Einsatzbekleidungen erforderlich. ![]()