EINE GELUNGENE

VERJÜNGUNGSKUR

Eine gelungene Verjüngungskur

TEXT GERNOT FRIESCHER
FOTOS FF PREDING

In der letzten Ausgabe von BRANDHEISS haben wir Ihnen den ersten Teil der „Wiedergeburt“ eines 25 Jahre alten TLFA 3000 vorgestellt. Die FF Preding in Österreich hat sich entschieden, ihr Einsatzfahrzeug nicht gegen ein Neues zu ersetzen, sondern dieses von Magirus Lohr runderneuern zu lassen. Im zweiten und letzten Teil der Story präsentieren wir nun das Ergebnis und erläutern, warum ein Refurbishment vielleicht auch für Ihre Feuerwehr eine sinnvolle Alternative sein könnte.

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DIE GESCHICHTE EINER WIEDERGEBURT
IN ZWEI TEILEN. Teil II
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Christoph Rothschedl ist nicht nur Projektverantwortlicher für die Runderneuerung des TLFA bei Magirus Lohr, er ist auch seit über 16 Jahren aktives Mitglied einer Feuerwehr. „Da ich nicht nur Kfz-Meister bin, sondern auch Feuerwehrmann, kann ich die Anliegen unserer Kunden sehr gut verstehen bzw. mit ihnen auf kameradschaftlicher Augenhöhe kommunizieren“, ist sich der Werkstätten Leiter seiner Qualifikation bewusst. Und er hat viel zu kommunizieren, kaum mehr als fünf Minuten am Stück haben wir den leidenschaftlichen Techniker beim Lokalaugenschein im neuen Werk von Magirus Lohr für uns. Immerhin kümmert sich Herr Rothschedl mit Hingabe um die technische Umsetzung der Kundenwünsche.

BHM 2021-04 Verjüngungskur Teil 2

Ein neuer LED-Lichtmast mit 600 Watt wird nächtliche Einsätze wie bei Tageslicht aussehen lassen. Trotz guter Grundsubstanz mussten die Radkästen aufgrund von Rostbefall neugestaltet und eingeschweißt werden. Die vorgezogene Auslieferung sorgte für „fliegende Hände“ bei den Technikern.

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Unser Refurbishment- Programm basiert auf drei Säulen: Sicherheit, Kostenersparnis und Funktionalität
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Technische Durchsicht verschafft Überblick

So sinnvoll die Vorteile für eine Runderneuerung gegenüber einem Neukauf auch sein mögen (die Kostenersparnis kann gut 80 % ausmachen), so penibel wird bei Magirus Lohr im Vorfeld darauf geachtet, ob dies technisch überhaupt möglich ist. So war es auch beim TLFA 3000 der FF Preding. Christoph Rothschedl erklärt: „Zuallererst haben wir das Fahrzeug bei uns einer gründlichen Durchsicht unterzogen. In diesem Fall konnten wir das aufgrund der Nähe der Feuerwehr bei uns im Haus machen. Mein Team bzw. ich kommen aber auch gerne in ganz Österreich für diese Durchsicht zum Kunden.“ Diese Durchsicht fiel im Falle der FF Preding absolut positiv aus. Die jahrzehntelange gute Wartung und die geringe Laufleistung haben das Fahrzeug in einem äußerst guten Zustand erhalten. Es würde wenig Sinn machen, ein Fahrzeug mit modernster Elektronik auszustatten, wenn die Basis schon bald völlig dem Rost erliegen würde. Der gefürchtete Rost war bei diesem Refurbishment jedoch kein großes Hindernis. Lediglich im Bereich der Radläufe musste ein neues Bleck eingeschweißt werden. „Das bereitet noch keine Kopfschmerzen“, bekräftigt Herr Rothschedl die Souveränität seines Teams. 

Damit der neue „Alte“ noch weitere 10 bis 15 Jahre ohne Rost durchs Leben kommt, wurde das Fahrzeug komplett neu lackiert. Bei einem separaten Termin wird das TLFA 3000 auch noch mit einer 3-Schicht-Wachskonservierung versehen. 

Besonders viel Augenmerk wurde auf die Erneuerung der Elektrik gelegt. Moderne LEDs finden sich nun überall am Fahrzeug.

Lichtmast macht die Nacht zum Tag

Da das 25 Jahre alte Einsatzfahrzeug von der Performance her den Ansprüchen der Kameraden in Preding noch immer gerecht wird, wurde der Schwerpunkt der Runderneuerung vorwiegend auf die Elektrik bzw. elektrische Komponenten gelegt. Die gesamte Beleuchtung wurde auf LED umgerüstet – so auch das Blaulicht. Ein Lichtmast wurde installiert und mit einer 600 Watt starken LED-Umfeld Beleuchtung versehen. Mit einem leichten Schmunzeln gab uns der Projektleiter zu verstehen, dass diese Licht-Power wohl mehr als ausreichen wird. Sämtliche Verschlüsse des Geräteraumes wurden auf haltbarere Barlock-Verschlüsse umgerüstet. Für eine zeitgemäße Versorgung mit Strom wurde auf die bewährten Produkte der RETTBOX®-Reihe zurückgegriffen. Auch die Mannschaftskabine wurde an den aktuellen Stand der Dinge angepasst. So wurde anstelle einer schnöden Holzbank ein multifunktionaler Action Tower der neuen Generation errichtet, in dem zahlreiche Gegenstände wie Lampen angebracht und geladen werden können. 

Erneuerung auch in Etappen möglich

Nun schwimmen Feuerwehren in der Regel nicht gerade in Geld und aufgrund der Corona-Pandemie konnten auch kaum Feuerwehrveranstaltungen stattfinden, die wiederum ein wenig Geld in die Kassen gespült hätten. Da ist nicht nur eine Neuanschaffung um etwa 400.000,- in weite Ferne gerückt, für so manche Feuerwehr stellt auch ein Refurbishment eines bestehenden und technisch tauglichen Fahrzeugs eine wirtschaftliche Herausforderung dar. Hier besteht die Möglichkeit, die gewünschten Erneuerungen bzw. Umbauten in mehreren Etappen durchzuführen. Doch solche Details klärt man dann besser persönlich bei mehr als nur einer Tasse Kaffee.