DAS COOLSTE FEUERWEHR-MAGAZIN

MEGA FEUER

IN KROATIEN

MEGA FEUER IN KROATIEN

TEXT MILENKO KORICA
FOTOS SARVAŠ VOLUNTEER FIRE DEPARTMENT

Ein heftiger Großbrand im Bereich von Sarvaš – einem Dorf in Ostslawonien, bescherte der Feuerwehr einen außergewöhnlichen Mammut-Einsatz. Milenko Korica von der dortigen Feuerwehr ließ uns dazu einen recht emotionalen Beitrag zukommen, den wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.

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Der riesige Rauchpilz mit loderndem Kern wirkte wie die Geburt eines Phönix!
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Am 4. Oktober 2023 um 01:40 Uhr erhielten wir einen Anruf für einen Feuerwehreinsatz: Ein Feuer auf dem Gelände für sonstige kommunale Tätigkeiten (Drava International GmbH). Für diesen Einsatz rückten 10 Mitglieder unserer freiwilligen Feuerwehr Sarvaš mit zwei Fahrzeugen (Kommandofahrzeug und Lastwagen) aus. Der folgende Einsatz sollte alles andere als Routine werden, über den wir nicht offiziell als freiwillige Feuerwehr, sondern als Feuerwehrleute ohne Bedeutung der geografischen Herkunft, Titel oder Ränge informieren möchten.

Rauchpilz breitet sich auf Dörfer aus

Nach dem Standardverfahren begaben wir uns zum Brandort, ohne zu ahnen, was uns bei der Ankunft erwarten würde. Als wir das Gelände des genannten Unternehmens betraten, bemerkten wir dicken, schwarzen Rauch, der darüber aufstieg und sich in Richtung der umliegenden Dörfer ausbreitete, als ob er beabsichtigte, ganz Slawonien zu verschlingen. In der Mitte dieser schwarzen Masse loderten die Flammen hoch, als würden wir die Geburt des legendären mythologischen Vogels, des Phönix, miterleben.

Warum nur bin ich hier?

Geblendet von den Feuerscheinblitzen, den blauen Drehlichtern unzähliger Fahrzeuge und taub von den Sirenen, dem Heulen des Windes, der die Flammen lenkte, dem Gestank und dem Rauch, dem zersplitternden Glas und dem Kreischen von Metall- und Blechkonstruktionen, die sich unter dem Einfluss hoher Temperaturen verbogen, werden wir uns alle gedacht haben: „Was kann ich, so klein, hier tun, und warum bin ich hier?!“

Sie schauen sich um und sehen Hunderte von Kollegen mit ähnlich besorgten Gesichtsausdrücken, Gedanken und ernsten Mienen, die Schritt für Schritt in den Kampf ziehen. Denn wenn wir Feuerwehrleute nicht aktiv werden, gibt es niemand anderen, der der wachsenden Feuergefahr Einhalt gebieten kann. In diesem Moment vergessen Sie Ihre anfänglichen Gedanken und bewegen sich vorwärts, entschlossen, ohne zu zögern, ohne Gedanken an einen Rückzug. Sie wissen, dass es keine Zeit oder Raum für Angst gibt und Niederlage niemals eine Option war. Sie treten in einen erbarmungslosen Kampf gegen die elementare Kraft, bis zum ultimativen Sieg. Erst dann erkennen und verstehen Sie, wie klein und gewöhnlich wir alle wirklich sind – und gleichzeitig groß!

 

So furchteinflößend ein Einsatz auch wirken mag, für die Feuerwehr gibt kein Zurück. Wenn nicht einmal die Feuerwehrkräfte ausrücken würden, wäre die wachsende Gefahr unaufhaltbar.

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Was kann ich als kleiner Mensch hier tun?
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Einmal mehr bewies sich der Spruch „Feuer bekämpfen – Brüder retten” als wahr: Man betritt das Feuer als Kollegen und kommt nach bezwungenem Einsatz als Brüder wieder heraus.

Das Team macht es aus

Wir sind klein, weil in solchen Situationen die Erkenntnis dämmert, dass wir alle Menschen sind, Fleisch und Blut, ob Freiwillige oder Berufliche. Das Feuer ist immer größer und stärker als jeder einzelne Feuerwehrmann. Aber gleichzeitig sind wir groß, weil man erkennt, dass es nicht auf das Ausbildungsniveau, die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Einheit oder die Herkunft ankommt. Was zählt, ist, wie wir das Hauptziel und den Sieg in diesem Kampf erreichen können, indem wir unsere kollektiven Kräfte vereinen und gemeinsam handeln.

Und so, unter Einhaltung des Verhaltens- und Ehrenkodex, stellen Sie sich einem gnadenlosen Kampf gegen einen überlegenen Feind, bei dem Sie sich gegenseitig Schild und Schwert sind. Erst dann begreifen Sie wirklich die Bedeutung unserer oft verwendeten Begrüßung: „Feuer bekämpfen – Brüder retten.“ Sie betreten das Feuer und die Flammen mit Ihren Feuerwehrkollegen und kehren nach einem Einsatz wie diesem mit echten Brüdern zurück!

Wäre zu verhindern gewesen

All dies geschah aufgrund des verantwortungslosen Verhaltens und der (fehlenden) Sorge der Geschäftsleitung und verantwortlicher Personen des betroffenen Unternehmens. Dieses Mal wollen wir nichts zurückhalten oder zensieren, denn wir glauben, dass all dies verhindert und vermieden hätte werden könnte, wenn es auch nur ein wenig gesunden Menschenverstand und Verantwortung gegeben hätte. Aber es liegt nicht bei uns, über jemanden zu richten, denn wir sind zuversichtlich, dass andere zuständige Behörden das tun werden. Was auf uns zukommt, ist das folgende Versprechen: Unsere Handlungen, Aussagen, Zeit und Gedanken sind der Vorbeugung, dem Schutz und der Rettung ALLER Lebewesen, materieller und immaterieller Güter sowie der Erhaltung der moralischen Werte der Gesellschaft als Ganzes gewidmet!

Wir müssen auch einen kurzen Moment innehalten und unsere Heldenbrüder würdigen, die leider in diesem erbarmungslosen Kampf verletzt wurden. Auch ein herzliches Danke  an alle Mitglieder des Zivilschutzes, das Rettungsdienstpersonal, die Polizei sowie die „normalen“ Mitarbeiter der Drava International GmbH für ihre Koordination, Zusammenarbeit und Hilfe bei der Eindämmung dieser Katastrophe.

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