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VIELFALT FÄHRT VOR

Vielfalt fährt vor

TEXT ANDRÉ STANGL
FOTOS DAIMLER TRUCK

Zum 80. Geburtstag zeigt der Unimog auf Österreich-Tour, warum er längst mehr ist als ein Fahrzeug: eine wandelbare Plattform für nahezu jeden Einsatz.

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Der Unimog passt sich der Aufgabe an, nicht die Aufgabe dem Fahrzeug.
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Die Feuerwehr-Unimogs auf der Tour zeigen, wie vielseitig sich das Fahrzeug für unterschiedlichste Einsätze rüsten lässt. Robuste Technik, durchdachte Aufbauten und hohe Geländegängigkeit machen sie zu verlässlichen Partnern, wenn jede Minute zählt.

Ein Konzept, viele Aufgaben

Manche Fahrzeuge werden für eine bestimmte Aufgabe gebaut. Der Unimog verfolgt seit jeher einen anderen Gedanken: Er soll sich an die Aufgabe anpassen, nicht umgekehrt. Wie vielseitig dieses Prinzip heute gelebt wird, zeigte die Unimog Tour 2026 von Daimler Truck Austria.

An drei ÖAMTC Fahrtechnikzentren in Melk, Innsbruck und St. Veit an der Glan konnten die Besucher erleben, wie unterschiedlich ein und dieselbe Fahrzeugidee aussehen kann. Rund 30 Kombinationen aus Fahrzeugen und Geräten machten Station. Zu sehen waren wendige Geräteträger für die Grünraumpflege, Lösungen für den Winterdienst, Feuerwehrfahrzeuge und Spezialaufbauten für außergewöhnliche Einsatzgebiete.

Dabei stand weniger das einzelne Fahrzeug im Mittelpunkt. Vielmehr ging es um das Zusammenspiel aus robuster Basis, passendem Aufbau und der Erfahrung zahlreicher Spezialisten. Unternehmen wie Aebi-Schmidt, Allroundmaster, Ecotech, Empl, FMG, Kahlbacher, Mulag, Nusser, Reiter-Luttnig, Springer und SSF zeigten, was möglich wird, wenn Fahrzeug und Arbeitsgerät als Einheit gedacht werden.

So entstand auf der Tour ein ungewöhnlich breites Bild: hier ein  Unimog mit Mähgerät, wenige Meter weiter eine Lösung für den Sommer- oder Winterdienst und daneben ein Fahrzeug, das künftig tief unter der Erde zum Einsatz kommen wird. Genau darin liegt die besondere Stärke des Konzepts. Der Unimog ist nicht einfach nur vielseitig. Er lässt sich gezielt auf jene Arbeit vorbereiten, die vor Ort tatsächlich erledigt werden muss.

Das macht ihn für Kommunen ebenso interessant wie für Feuerwehren und Unternehmen, die unter schwierigen Bedingungen arbeiten. Denn im Einsatz zählt nicht, wie eindrucksvoll ein Fahrzeug auf dem Papier wirkt. Entscheidend ist, ob es seine Aufgabe zuverlässig bewältigt, Tag für Tag und oft unter erheblichem Zeitdruck.

Technik, die mitdenkt

Natürlich hat sich der Arbeitsplatz im Unimog in 80 Jahren deutlich verändert. Moderne Technik soll den Fahrer heute vor allem dort unterstützen, wo Einsätze häufig wechseln, Konzentration gefragt ist und jeder Handgriff sitzen muss.

Ein Großteil der ausgestellten Geräteträger war deshalb mit dem neuen UNI-TOUCH®-Bediensystem ausgestattet. Über einen 10,5-Zoll-Touchscreen und frei belegbare Funktionstasten können wichtige Einstellungen an den jeweiligen Einsatz angepasst werden. Eine verschiebbare Mittelkonsole und der optionale Multifunktions-Joystick sorgen zusätzlich dafür, dass die Bedienung übersichtlich und angenehm bleibt. Start-/Stopp-Taste, neue Türbedienfelder und Zentralverriegelung gehören ebenfalls zur Ausstattung.

Auch während der Fahrt zeigt sich die Wandlungsfähigkeit. EasyDrive ermöglicht bei entsprechend ausgerüsteten Fahrzeugen den schnellen Wechsel zwischen Schaltgetriebe und hydrostatischem Fahrantrieb. Dadurch lässt sich bei Arbeitsgeschwindigkeiten stufenlos fahren, ohne auf die Vorteile eines klassischen Getriebes verzichten zu müssen. Die Load-Sensing-Hydraulik passt Öldruck und Fördermenge automatisch an den Bedarf der angebauten Geräte an.

Bei Arbeiten entlang von Straßen kommt ein weiterer cleverer Gedanke ins Spiel: Mit der VarioPilot®-Wechsellenkung können Lenkrad und Pedalerie auf die rechte Fahrzeugseite versetzt werden. Der Fahrer sitzt damit näher am Arbeitsbereich und hat Frontanbaugeräte sowie den Fahrbahnrand besser im Blick.

Assistenzsysteme wie Sideguard Assist 2 und Frontguard Assist unterstützen zusätzlich im Arbeitsalltag. Kameras an Front und Heck schaffen mehr Übersicht beim Rangieren und bei Einsätzen auf engem Raum. Die Technik soll Abläufe vereinfachen, den Fahrer entlasten und die Aufmerksamkeit dort halten, wo sie gebraucht wird.

Vom Feuerwehrdienst bis unter Tage

Besonders greifbar wurde die Bandbreite bei zwei sehr unterschiedlichen Fahrzeugen. FMG präsentierte einen Unimog U 327 als Feuerwehrfahrzeug. Hilfsladefläche, Planenaufbau und Ladebordwand folgen einem bewusst pragmatischen Ansatz: Gefragt ist ein robustes Arbeitsgerät, das im täglichen Einsatz verlässlich funktioniert und über viele Jahre genutzt werden kann.

SSF zeigte dagegen einen Unimog U 5023, der ursprünglich für den Untertagebau entwickelt wurde. Mit nur 2,85 Metern Höhe, einem Hiab-Kranaufbau und einer speziellen Abstützung für anspruchsvolles Gelände wird er künftig beim Reifenwechsel an großen Radladern im Bergbau helfe.

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