DAS COOLSTE FEUERWEHR-MAGAZIN

Die Praxis ist

am

Wort

Die Praxis ist am Wort

TEXT GERNOT FRIESCHER
FOTOS BF NÜRNBERG, LUKAS

Schon oft haben wir über die Produkte aber auch das Unternehmen LUKAS Hydraulik GmbH in Erlangen direkt berichtet. Mit durchaus positiver Resonanz unserer Leser. Doch warum eigentlich immer mit Presse-Verantwortlichen oder Produktmanagern einen Bericht erarbeiten? Für diesen Artikel holten wir uns Fakten, Erfahrungswerte und Inputs nicht aus dem Hause LUKAS selbst, sondern von einem Endverbraucher, der über 50 Geräte aus Erlangen in Gebrauch hat. Bei der Feuerwehr Nürnberg fand man kurzfristig Zeit, sich unseren Fragen zu widmen.

Axel Topp, BF Nürnberg

»eDRAULIC mit Akkubetrieb erleichtert schlicht und einfach
die Rettung enorm!«

Herr Axel Topp, Sie sind Brandamtmann der Feuerwache 1. Was ist Ihr Zuständigkeitsbereich und können Sie uns bitte ein wenig die Berufsfeuerwehr Nürnberg näherbringen?

Sehr gerne: Die Feuerwache 1 ist eine von fünf Feuerwachen in Nürnberg und ist dort die älteste. Mannstärke auf der Feuerwache 1 beträgt ca. 100 Mitarbeiter auf drei Wachabteilungen verteilt. Die Stadt Nürnberg ist das Einsatzgebiet der Feuerwachen und damit auch der Feuerwache 1. Nürnberg selbst hat 535.000 Einwohner und zum Einsatzgebiet zählen das Stadtgebiet sowie Autobahnen gleichermaßen. In 2018 verzeichneten alle Feuerwachen in Nürnberg zusammen rund 9.000 Einsätze.
Jede Wache hat verschiedene Fahrzeuge: Ein Hilfeleistungslöschfahrzeug mit Drehleiter, die großen Wachen haben einen Komplettlöschzug, darüber hinaus Sonderfahrzeuge wie Rettungswagen etc.              
Die Gebäude der Feuerwache 1 setzen sich aus einem Haupthaus (Löschzug, Einsatzleitdienst, Sozialräume, Wachabteilung) sowie einem Nebenhaus (Unterrichtsräumlichkeiten, Werkstatt, Schlosserei) zusammen.

Vertiefen wir uns auf die hydraulischen Geräte von LUKAS. Welche und in welcher Stückzahl sind diese bei Ihnen in Verwendung?

Seit den 1970er Jahren sind bei der Feuerwache 1 über 50 LUKAS Geräte im Einsatz. Das allererste Schneidgerät von LUKAS, welches wir erworben haben, ist noch immer in unserem Besitz und hat seinen Ehrenplatz im Feuerwehrmuseum der Feuerwache 3 eingenommen.

Welche Gerätschaften bzw. welcher Hersteller kam zuvor bei Ihnen in Verwendung?

Keine, wir haben uns von der ersten Stunde an stets mit LUKAS Geräten ausgestattet. Wenn du zufrieden bist – vor allem auch mit der dazugehörigen Kundenbetreuung, auf die wir großen Wert legen – dann siehst du keinen Grund, den Hersteller zu wechseln. Obwohl wir die Produkte anderer Hersteller auf Messen genau unter die Lupe nehmen.

Nun können Sie bzw. die Feuerwehr nicht nach Gutdünken eine Kaufentscheidung treffen. Das ist doch ein neutraler und mitunter schwieriger Prozess. Trotzdem fiel die Entscheidung offensichtlich immer auf LUKAS?

Sie haben Recht, jeder Anschaffung geht eine EU-weite Ausschreibung zuvor. Diese müssen IMMER neutral behandelt werden, d.h. jeder Hersteller hat bei einer „Beschaffung“ dieselben Chancen und die Geräte müssen auch neutral bewertet werden. Eine Entscheidung wird dann auf Grundlage des Angebots getroffen.

Wie fühlten Sie sich vor, während und nach der Beschaffung durch  LUKAS betreut?

den 1970er Jahren Kunde. Das ist eine sehr sehr lange (Geschäfts-)Beziehung. Man bleibt nicht so lange Kunde, wenn man unzufrieden wäre. Wir sehen die Qualität der Kundenbetreuung der Qualität der Geräte ebenbürtig; vor allem wenn es einmal Kritik oder ein Problem zu lösen gibt, schätzt man das sachliche und persönliche Kundenmanagement.

Fallen Ihnen spontan Anregungen ein, was besser bzw. anders gemacht werden sollte?

„Passt scho“, wie der Franke so sagt. (Anm. d. Red.: Das ist das größtmögliche Lob eines Franken!)

Aber was genau schätzen Sie an der Zusammenarbeit mit LUKAS seit so vielen Jahren?

Die kurzen und schnellen Entscheidungswege! Es ist ungemein nervig, wenn ein Kunde ein Problem hat und von einer Stelle zur nächsten gereicht wird ohne adäquate Problemlösung. Es kann immer etwas schiefgehen oder Ungeplantes passieren, aber uns stand in solchen Situationen stets ein Profi auf Augenhöhe zur Seite, bis das Problem gelöst war. Außerdem ist es für uns wichtig bzw. ein großer Vorteil, dass bei LUKAS alle Ersatzteile direkt bestellt werden können, da diese auch in-house hergestellt werden. Sich mit den Experten auch einmal direkt austauschen zu können, um etwa zu verstehen, was überhaupt hinter der Technik geschieht, ist ebenfalls hilfreich. Nur so kann man im Einsatz die Geräte bis zum Optimum verwenden.

Wie ist die Resonanz der restlichen Mannschaft auf die Geräte?

Dass man sich im Einsatz immer auf die LUKAS Geräte verlassen kann und sie freuen sich darauf, dass es in Kürze auch Ausschreibungen für eDRAULIC Sätze auf den Rettungsfahrzeugen der Berufsfeuerwehr geben wird. Bisher war das nur für schlauchgebundene Rettungssätze möglich. eDRAULIC erleichtert eben doch die Rettung enorm und man ist als Feuerwehrmann wesentlich mobiler und kann flexibler auf die einzelnen Situationen im Einsatz reagieren!

 

Können Sie uns auch ein paar kritische Erfahrungen aus der Praxis schildern?

Also bei früheren Geräten von     LUKAS, wie dem SP 510 oder dem LSB 40, hatte man durchaus manchmal Bedenken, dass man beim Spreizen am Auto abrutschen könnte. Diese Bedenken wurden an LUKAS weitergegeben und es wurden in weiterer Folge die „Shark Tooth Tips“ entwickelt, die an den Spreizerarmen angebracht werden. Sie sorgen dafür, dass Spreizen, Quetschen und Ziehen kein Problem mehr ist. Auch die Umstellung von der Doppelkupplung auf die Monokupplung war für uns positiv, denn dadurch ist eine einfachere Handhabung (um 360 Grad frei drehbar) möglich, sie ist fehlerunanfälliger (extrem unempfindlich gegen Schmutz), man kann einen schnelleren Gerätewechsel bei laufendem Betrieb vornehmen und muss nicht mehr manuell druckentlasten.

 

Herr Topp, wir danken für das Gespräch und sind schon gespannt auf Ihre Erfahrungen bei der Ausschreibung für eDRAULIC-Geräte