DAS COOLSTE FEUERWEHR-MAGAZIN

DIE ZUKUNFT

HAT BEGONNEN

DIE ZUKUNFT HAT BEGONNEN

TEXT GERNOT FRIESCHER
FOTOS MAGIRUS LOHR

Im Bereich hochwertiger Feuerwehrfahrzeuge taucht eine Bezeichnung immer öfter auf: ALUFIRE 3 AC. Wer glaubt, hier handle es sich „nur“ um ein neues Fahrzeug, der irrt gewaltig. Wofür ALUFIRE 3 AC tatsächlich steht und wie die österreichische Magirus-Tochter MAGIRUS Lohr in diese Geschichte passt, erfahren Sie hier.

Es gibt Einladungen im Leben, die nimmt man widerwillig und zähneknirschend an. Die Einladung zum Rinderbraten bei der Schwiegermutter soll angeblich schon solche Reaktionen hervorgerufen haben. Dann jedoch gibt es Einladungen, über die freut man sich selbst als Erwachsener wie ein kleiner Junge vor dem hell erleuchteten Weihnachtsbaum. Wenn der Fahrzeugaufbauspezialist MAGIRUS Lohr mit Sitz in Kainbach/Österreich einem Redakteur von BRANDHEISS eine spontane Einladung zur Betriebspräsentation ausspricht, dann schlägt für jeden Feuerwehrbegeisterten das Herz gefährlich nahe am Infarkt. Wir kamen der Einladung natürlich gerne nach, ließen Schwiegermutters Braten links liegen und erfuhren Aufschlussreiches über die neue Aufbaugeneration ALUFIRE 3 AC und die „Daniel Düsentriebs“, die dahinter stecken.

Die Professionalität schwappte uns schon bei der Begrüßung entgegen. Hier wird nichts dem Zufall überlassen: von der herzlichen Begrüßung bis zum Auftritt in einheitlichem Firmen-Outfit. MAGIRUS Lohr ist eben ein Profi – in vielerlei Hinsicht.

 

Ein Rückblick verschafft Überblick

Wussten Sie, dass der Ulmer Feuerwehrpionier Magirus (MAGIRUS Lohr ist ein österr. Tochterunternehmen der Magirus GmbH) bereits 1988 als einer der ersten ein Aufbaukonzept in Aluminiumtechnologie vorgestellt hat? Und wussten Sie, dass diese mittlerweile selbstverständliche Technologie damals äußerst kontrovers diskutiert wurde? Wussten Sie auch, dass sich diese Konstruktionsweise in 20 Jahren mehr als 20.000 Mal erfolgreich etabliert hat? Wenn Ihnen das alles bereits bekannt war, dann schlägt Ihr Herz in der Tat für das Feuerwehrwesen. 1994 wurde das Alufire-System modifiziert und als die zweite Generation im Markt eingeführt. Ständige Adaptierungen und Verbesserungen führten dazu, dass sich dieses Erfolgsmodell nun bereits in der aktuell dritten Generation befindet – die Alufire 3 Linie. Doch was hat es nun mit dem Zusatz „AC“ auf sich? Dieses Kürzel steht für „Austrian Concept“ und stellt die neueste Evolutionsstufe an Aufbaugeneration dar. Im idyllischen Kainbach in Österreich entwickelte man bei MAGIRUS Lohr auf Basis des Alufire 3 nämlich die brandneue Alufire 3 Austrian Concept Aufbaulinie. Diese stellt die bisher modernste und durchdachteste Evolutionsstufe dar. Bei MAGIRUS Lohr ist man gerade im Gange, alle Prozesse und Abläufe auf diesen „Generationenwechsel“ umzustellen.

Die neuentwickelte Pumpeneinheit der Alufire 3 AC Aufbaulinie weist gleich mehrere Sicherheits-Rückfall-ebenen auf – egal ob manuell oder elektronisch gesteuert.

Vertrieb, Konstruktion und Produktion greifen nahtlos ineinander über

Wir könnten an dieser Stelle eine schier endlos lange Aufzählung der Vorteile von Alufire 3 AC verfassen wie z.B. das völlig neu gestaltete Farbsicherheitskonzept, das größte und stabilste Lagerungsvolumen oder ein Design, das eine Liebe zum Detail aufweist (sogar die Heckklappe ziert ein Herstellerlogo), wie es in dieser Branche kaum ein zweites Mal zu finden ist. Da eine solche Auflistung in diesem Fall den Umfang des gesamten Heftes sprengen würde und es auf der Website von MAGIRUS Lohr detaillierte Broschüren zum Downloaden gibt, möchten wir stattdessen die verantwortlichen Abteilungsleiter von MAGIRUS Lohr aus der Anonymität holen. Wir durften uns im persönlichen Gespräch einen Einblick darüber verschaffen, wie in Kainbach neue Lösungen erarbeitet werden, warum gerade hier der international höchste Fahrzeugstandard erreicht wird und weshalb man es überhaupt für nötig hielt, den Sprung in die neue Aufbaugeneration Alufire 3 AC schon jetzt zu vollziehen.

Antworten auf diese und noch weitere Fragen erhielten wir von den drei Abteilungsverantwortlichen für Vertrieb, Konstruktion und Produktion.

Tobias Mara, Konstrukteur, ist seit 2011 bei MAGIRUS Lohr tätig. Dass auch er ein aktives Mitglied einer Feuerwehr ist, ist wenig verwunderlich. Immerhin beträgt der Anteil an Feuerwehrleuten in der Belegschaft über 70 %. In seinen Verantwortungsbereich fällt der gesamte Fahrgestellumbau. „Ich habe meine Finger als Konstrukteur so ziemlich überall im Spiel. Ich versuche erste Ideen mittels CAD (Computerunterstütztes Konstruktionssystem) zu planen. Selten bleibt es bei diesem ersten Entwurf. Da wir aus jedem Bauteil das Optimum an Qualität, Ergonomie und Effizienz herauskitzeln möchten, sind laufende Anpassungen nötig und zudem gleicht kaum ein Kundenfahrzeug dem anderen. Zu mannigfaltig sind die individuellen Kundenbedürfnisse“, lässt uns Hr. Mara wissen.

 

Mit der „Austrian Concept“ Linie erhält der Kunde ein Einsatzfahrzeug von enormer Vielseitigkeit und höchster Fertigungsqualität bei nahezu gleichem Preis eines Fahrzeuges der Vorgänger-Generation.

Christian Reisl Vertriebsleiter

ALUFIRE 3 AC ist nicht bloß ein neues Fahrzeug. Vielmehr läutet ALUFIRE 3 AC eine komplett neue Generation von Feuerwehraufbauten über alle Fahrzeug-Gewichtsklassen ein.

Marco Talasz Produktionsleiter

Das völlig neuentwickelte Sicherheitsfarbkonzept erleichtert die Bedienung. Fehlbedienungen in Stresssituationen werden wesentlich minimiert bzw. überhaupt vermieden.

Tobias Mara Konstrukteur

Marco Talasz, Leiter der Produktion, ist seit 2014 im Unternehmen tätig. Ihm wird nachgesagt, Nerven aus Stahl zu haben. Immerhin verlässt kein Fahrzeug – egal ob Serie oder Show-Car –, das nicht seinen Erwartungen entspricht, die Produktionshallen; und diese Produktionshallen versetzen einen Redakteur in Staunen. Weniger wegen der Größe – vielmehr beeindruckt die schon fast militärisch anmutende Ordnung und Sauberkeit. Würde hier ein Butterbrot gemäß dem Gesetz von Murphy mit der Butterseite auf dem Boden zum Liegen kommen, könnte man es wohl bedenkenlos weiter verzehren. „Es kann schon zu einer Nervenzerreißprobe werden, wenn ein Übergabe-Termin oder eine Fachmesse nähherrückt, wir jedoch noch nicht zu tausend Prozent zufrieden sind. Es ist ein ständiges Abwägen zwischen dem Machbaren und der Leistbarkeit“, führt Hr. Talasz aus. Und wir von BRANDHEISS bekommen nun immer mehr eine Vorstellung des enormen Qualitäts-Fanatismus hier im Hause MAGIRUS Lohr. Unsere saloppe Aussage, hier werde der Begriff „High-Quality“ nicht bloß auf einen Verkaufsprospekt gedruckt, sondern auch gelebt, wurde streng und bestimmend kommentiert: „Natürlich! Wir möchten mit Alufire 3 AC die momentan besten Feuerwehrfahrzeuge bauen. Das ist unsere Aufgabe und nicht bloß ein Verkausspruch“. Mit dieser Aussage nimmt auch Herr Christian Reisl, Vertriebsleiter und Prokurist, das Gespräch auf. Ihm darf man nichts Geringeres als das eigentliche Initiieren des „Austrian Concept“ zuschreiben. Sein strategischer Weitblick konnte alle Entscheidungsträger überzeugen, mit dem „Alufire 3 AC“ eine neue Feuerwehrfahrzeug-Produktion und -Generation aus dem Boden gestampft zu haben. Diese Überlegung macht auch durchaus Sinn, wenn man bedenkt, dass MAGIRUS Lohr 2015 eine österreichweite Ausschreibung der BBG (Bundesbeschaffungs GmbH) für sich entscheiden konnte. Somit ist man bei MAGIRUS Lohr nun in der Lage, zusätzlich zu Individualbestellungen auch Kleinserien quasi vorzuproduzieren, welche der Kunde kostengünstig über die BBG erwerben kann. Dabei bleiben sämtliche Möglichkeiten der Individualisierung bestehen.

 

Mit großer Hingabe präsentiert Vertriebsleiter Christian Reisl die Highlights der „Austrian Concept“ Linie. Der Innenraum befindet sich auf einem Qualitätsniveau, wie er sonst nur bei PKWs zu finden ist.

Sie nennen ihn schlicht „AUSTRIAN CONCEPT“

Doch was zeichnet die neue Aufbaugeneration, die im Hause MAGIRUS Lohr schlicht Austrian Concept genannt wird, aus technischer Sicht aus? Ehrlich gestanden müssten wir wohl über 100 Seiten füllen, um auf alle technischen, ergonomischen, haptischen und sicherheitsrelevanten Raffinessen eingehen zu können. Aber die für uns größten Neuheiten, welche wir in dieser Form wahrlich zum ersten Mal sehen, dürfen wir natürlich nicht vorenthalten. Beginnen wir mit dem Thema „Einfache Bedienung“. Einsatzfahrzeuge verfügen über immer mehr Funktionen, mehr Features aber auch mehr Gefahren der Fehlbedienung. Immer lauter werden bei diesem Punkt Kritiken, demnach mitunter Kameraden höheren Alters Probleme mit komplexen Bedieneinheiten haben. Hier haben die Techniker bei MAGIRUS Lohr einen völlig neuen Weg beschritten. Alle Bedienstellen, ob im Führerhaus oder an der Pumpe, sind durch intuitive Anordnung der Symbole, einer einheitlichen Farblogik und beleuchteten Symbolen so gestaltet, dass ohne langes Überlegen selbst in der größten Hektik eine einfache und vor allem möglichst fehlerfreie Bedienung möglich ist. Begutachtet man zum ersten Mal ein Fahrzeug der neuen Alufire 3 AC Generation, in diesem Fall ein HLF, fällt einem unweigerlich die Haptik (das Gefühl der Materialien beim Angreifen) auf. Bei diesem Punkt bekommt Herr Reisl glänzende Augen und erklärt: „Ohne Übertreibung können wir behaupten, zum ersten Mal ein Einsatzfahrzeug geschaffen zu haben, das eine Haptik und Materialqualität im Innenraum, Haltegriffen und Bedienstellen aufweist, wie sie in dieser Qualität bisher nur bei Pkws anzutreffen war.“ Der konsequente Einsatz von erprobten Großserienteilen garantiert eine lange Versorgung mit Ersatzteilen und viel wichtiger: Man kann sich auf eine hohe, unter Beweis gestellte Zuverlässig verlassen.

Nun etabliert man natürlich nicht von heute auf morgen eine völlig neue Generation eines Feuerwehraufbaues; doch die Frage, wie lange die vollständige Umstellung auf Alufire 3 AC dauern wird, beantwortet uns Herr Reisl überraschend konkret: „Wir sehen 2017 noch als ein Übergangsjahr an und ab 2018 wird der Umstieg auf Alufire 3 AC durch alle Fahrzeugklassen vollzogen sein.“

Nicht immer bringt die Zukunft – wie wir wissen – nur Gutes. Doch was MAGIRUS Lohr mit Alufire 3 AC gelungen ist, wird die Zukunft der Feuerwehrfahrzeuge nachhaltig zum Positiven verändern.

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