So echt

wie das Leben

So echt wie das Leben

INTERVIEW  NBC UNIVERSAL INTERNATIONAL 
FOTOS SINESS PRODUCTIONS LLC. ©UNIVERSAL TV

Egal ob auf der Bühne, im Kino oder im TV – Schauspieler imitieren das Leben. Manchmal abstrakt und mit viel künstlerischem Einfluss, ein anderes Mal atemberaubend realistisch. Die mehrfach prämierten Serien „Chicago Fire“ und „Chicago Med“ von Universal TV zählen zu den beliebtesten Reality-Serien – und das nicht ohne Grund! Professionelle Einsatzkräfte coachen das Filmteam und schulen die Schauspieler penibel genau, um ein Höchstmaß an Authentizität zu gewährleisten. Eine dieser Coaches, Rettungssanitäterin Michele Martinez, gewährt Einblicke in das Training und stand für ein Interview zu Verfügung.

INTERVIEW  NBC UNIVERSAL INTERNATIONAL 
FOTOS SINESS PRODUCTIONS LLC. ©UNIVERSAL TV

Egal ob auf der Bühne, im Kino oder im TV – Schauspieler imitieren das Leben. Manchmal abstrakt und mit viel künstlerischem Einfluss, ein anderes Mal atemberaubend realistisch. Die mehrfach prämierten Serien „Chicago Fire“ und „Chicago Med“ von Universal TV zählen zu den beliebtesten Reality-Serien – und das nicht ohne Grund! Professionelle Einsatzkräfte coachen das Filmteam und schulen die Schauspieler penibel genau, um ein Höchstmaß an Authentizität zu gewährleisten. Eine dieser Coaches, Rettungssanitäterin Michele Martinez, gewährt Einblicke in das Training und stand für ein Interview zu Verfügung.

VON PROFIS LERNEN
Am Set wird nichts dem Zufall überlassen. Damit die Schauspieler Rettungsszenen bis in kleinste Detail realistisch wiedergeben können, werden die Schauspieler von professionellen Einsatzkräften gecoacht.

Frau Martinez, wie sieht ein Tag am Set von „Chicago Fire“ für Sie aus?

Nach meiner Ankunft am Set treffe ich mich mit dem Regisseur, den Schauspielern und der Crew und bin bei den Proben anwesend. Während der Proben beantworte ich alle fachspezifischen Fragen des Regisseurs, damit die Szene so authentisch wie möglich wirkt. Wenn es eine Szene gibt, die medizinische Handgriffe und Fachwissen erfordert, probe ich ein paar Tage vorher mit den Schauspielern. Es ist ein praktisches Training, das den Patientendarsteller miteinschließt. Es ist ziemlich schwierig, seinen Text zu sprechen, während man gleichzeitig versucht sich zu erinnern, wie man eine Infusion legt, wie man einen Schlauch korrekt in die Luftröhre einführt oder einen Defibrillator richtig platziert und anwendet.

Welche Art von Training absolvieren Sie mit den Schauspielern genau?

Die Requisitenabteilung stellt mir medizinisches Equipment und eine Simulationspuppe zur Verfügung. Ich bringe den Schauspielern bei, wie man eine Vielzahl von medizinischen Handgriffen korrekt ausführt wie z. B. Blutdruckmessung, Lungengeräusche abhören, Nadeldekompression, Herz-Lungen-Wiederbelebung, das Anlegen von Wundverbänden, die Verabreichung von Medikamenten und nicht zuletzt auch das korrekte Manövrieren der Trage.

Wie stellen sich die Schauspieler dabei an?

Monica Raymund (Gabriela Dawson) war ein echtes Naturtalent und ich vermisse sie sehr. Am meisten beeindruckt hat mich allerdings Kara Killmer (Sylvie Brett). Wenn wir eine Szene proben, denkt Kara tatsächlich über den Tellerrand hinaus. Im Grunde denkt sie wie eine echte Sanitäterin, ich liebe es mit ihr zu arbeiten! Annie Ilonzeh (Emily Foster) hat mich sehr überrascht, da sie erst in Staffel 7 eingesprungen ist. Ich habe ihr ein oder zwei Tage vor ihrer ersten Szene einen Crashkurs gegeben und sie hat ihre Fähigkeiten sofort eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

KAMERA LÄUFT!
Der Aufwand hinter den Kulissen lohnt sich. Erstaunlich realistisch werden Unfälle und Einsätze dargestellt. Unterhaltung auf hohem Niveau ist garantiert.

Blieb Ihnen ein Training besonders in Erinnerung?

Einmal musste ich mit den Schauspielern proben, wie man einen Patienten eine Treppe hinaufträgt (es gibt eine bestimmte Art, um Arme und Beine zu platzieren). Anstatt einer Trainingspuppe benutzten sie einfach mich. Sie transportierten mich ohne Fehler – und zeigten es dem Regisseur zur Genehmigung. Ich hatte Angst, dass sie mich fallen lassen würden, da sie natürlich nicht so stark wie echte Sanitäter sind, aber sie haben mir das Gegenteil bewiesen!

Denken Sie, dass es trotz Unterhaltungsfaktor möglich ist, den Zusehern wichtige Aspekte der Ersten Hilfe zu vermitteln?

Absolut! Die Herz-Lungen-Wiederbelebung beispielsweise ist die wichtigste Technik zur Rettung von Menschenleben. Sie müssen kein zertifizierter Rettungssanitäter sein, um eine Herzdruckmassage durchführen zu können, also sollte man nicht einfach nur auf Feuerwehr und Sanitäter warten – alles ist besser, als nichts zu tun. Für mich als Spezialist ist es wichtig, dass die Schauspieler ganz genau wissen, wo sie ihre Hände bei der Durchführung der Herzdruckmassage auf den Brustkorb legen müssen, in der Hoffnung, dass die Zuseher daraus lernen. Während meiner Einsätze konnten wir deutlich öfter ein Leben retten, wenn zuvor bereits Wiederbelebungsversuche durchgeführt wurden – auch von Laien.

Wie realistisch schätzen Sie als Expertin „Chicago Fire“ ein?

Ich kann natürlich nicht für alle Serien sprechen, aber bei „Chicago Fire“ gilt: Feuerwehrleute arbeiten unter extremen Bedingungen und in unsicherer Umgebung. „Chicago Fire“ stellt diese Problematik glaubwürdig dar. Die meisten Menschen können sich gar nicht vorstellen, was innerhalb einer 24-Stunden-Schicht alles passieren kann: Einmal begann meine Schicht mit einem Herzstillstand, mehreren Schießereien und traumatisierten Autounfallpatienten. Im weiteren Verlauf dieser Schicht wurden wir zu einem Brand mit mehreren Rauchvergiftungs-Opfern gerufen, es gab einige Asthmatiker-Notfallanrufe sowie einen Heroinüberdosis-Einsatz. Der Tag endete mit einem weiteren Herzstillstand-Notfall. Ein Krankenwagen des Chicago Fire Departments rückt innerhalb einer 24-Stunden-Schicht im Durchschnitt zwischen 17 und 28 Mal aus.

Im deutschsprachigen Raum sind Erste-Hilfe-Kenntnisse nicht sehr weit verbreitet. Wie schätzen Sie die Situation in den USA ein?

Meiner Einschätzung nach gibt es in den USA ein ganz anderes Problem: die Menschen verlassen sich zunehmend auf Informationen aus dem Internet und halten sich dann für Experten. Bei einem Einsatz kann es mitunter vorkommen, dass Passanten den Sanitätern sagen, wie sie vorgehen sollen – obwohl sie gar keine Ahnung haben. Ich nehme das persönlich, da ich über eine Fachausbildung und jahrelange Erfahrung verfüge. Aber es gibt auch Menschen mit medizinischer Ausbildung, die zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Vor ein paar Wochen wurde ich mit einem Kollegen zu einem Einsatz gerufen. Es stellte sich heraus, dass auf zwei Menschen eingestochen wurde. Erstaunlich an diesem Einsatz waren jedoch die Menschen, die uns unterstützen: Eine Frau übte Druck auf die Wunde aus, während eine andere den Kopf des Patienten hielt. Keine von beiden hatte eine Erste-Hilfe-Ausbildung. Eine andere Frau sagte: „Ich bin Krankenschwester, wie kann ich helfen?“ Während sie und ich meinem Patienten halfen, konnte sich mein Kollege um das andere Opfer kümmern, bis Verstärkung eintraf. Beide Patienten haben überlebt. Fremde Menschen arbeiten gemeinsam zusammen, um ein Leben zu retten – das war eine prägende Erinnerung.

VERANTWORTUNGSVOLL
Insbesondere, wenn eine Herzdruckmassage dargestellt wird, achten die Profis penibel genau auf eine korrekte Ausführung.

Zur Person:

Michele Martinez arbeitet seit 18 Jahren als Rettungssanitäterin für das Chicago Fire Department (CFD). Sie hat drei Kinder und ihr Ehemann ist als Feuerwehrmann ebenfalls für das CFD tätig. Als Paramedic-Consultant berät sie die Crew der US-Serie „Chicago Fire“ in allen Belangen, die sich um medizinische Fachfragen drehen.

Der Montag wird zum „FIREtag“

Fans des Chicago-Serien-Universums werden den Februar lieben. Denn ab 24. Februar macht Universal TV mit den neuesten Staffeln jeden Montag zum „FIREtag“ – und das für ganze 22 mitreißende Episoden. Die Macher der Serie haben auch in der achten Staffel von „Chicago Fire“ nicht an tragischen Schicksalsschlägen und actionreichen Einsätzen gespart. Zudem können Fans auch auf neue Gesichter gespannt sein.

So setzt „Chicago Fire“ direkt an das Finale der vorherigen Staffel an: Bei einem Fabrikbrand kommt es zu einer verhängnisvollen Explosion. Als Folge muss das Team um Captain Matthew Casey (Jesse Spencer) und Lt. Kelly Severide (Taylor Kinney) einen schweren Verlust verarbeiten. Zu allem Überfluss heuert ein neuer Anwärter beim Chicago Firehouse 51 an, der sich jedoch schnell als ungestümer Heißsporn entpuppt, was zum Konflikt zwischen Casey, Severide und Chief Boden (Eamonn Walker) führt.

Erstmals in der achten Staffel mit dabei ist Alberto Rosende als Feuerwehr-Anwärter Blake Gallo. Darüber hinaus sind Kara Killmer als Sylvie Brett, David Eigenberg als Christopher Herrmann, Christian Stolte als Randy „Mouch” McHolland und Joe Minoso als Joe Cruz zu sehen.

In „Chicago Med“ kämpfen Dr. Will Halstead (Nick Gehlfuss) und Dr. Natalie Manning (Torrey DeVitto) nach einem fatalen Unfall um ihr Leben. Für Dr. Connor Rhodes (Collin Donnell) gibt es hingegen einen Hoffnungsschimmer, als der Tod seines Vaters endlich untersucht werden soll. Maggie Lockwood (Marlyne Barrett) erreichen schwerwiegende Neuigkeiten, die sie völlig aus der Bahn werfen, und Dr. Charles (Oliver Platt) muss persönliche Opfer bringen, um einen Patienten zu retten.

Zuwachs im Team des Gaffney Chicago Medical Centers wird es auch geben: In Staffel 5 stößt Dominic Rains („Agents of S.H.I.E.L.D.‘‘) als Dr. Crockett Marcel zum Cast.

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Vom 24. Februar bis zum 27. Juli strahlt Universal TV jeden Montag um 21 Uhr eine neue Folge der 8. Staffel „Chicago Fire“ aus. Direkt im Anschluss folgt jeweils um 21.45 Uhr eine Episode der 5. Staffel „Chicago Med“.