Die Stillen

Spezialisten

Die stillen Spezialisten

TEXT HERMANN KOLLINGER
FOTOS FEUERWEHR

Taucher verbrauchten fast 183.000 Liter Luft: Burgenlands Feuerwehrtaucher waren im Herbst am Attersee in Oberösterreich zu Gast. Schwerpunkt war dieses Jahr die Vorbereitung der neuen Mitglieder für den bevorstehenden Grundkurs 2019.

Der Tauchdienst des burgenländischen Feuerwehrverbandes machte im Herbst 2018 für eine Woche Station am Attersee. „In diesem Jahr gab es keine Grundausbildungen für angehende Einsatztaucher, daher war der Schwerpunkt des Tauchlagers auf die Vorbereitung neuer Mitglieder für den kommenden Grundkurs im nächsten Jahr sowie auf die Weiterbildung und Wissensvertiefung der aktiven Einsatztaucher ausgelegt”,

berichtet Andreas Szemeliker vom Tauchdienst Burgenland. Das Ausbildungsgelände des Oberösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes in Weyregg war abermals Ort des Geschehens und bot hervorragende Bedingungen, um sämtliche Übungen unter besten Voraussetzungen planen und umsetzen zu können.

„Jeder Tauchgang wird
penibel vorbereitet.
Fehler darf es keine geben!“

Wettermix bot alle Bedingungen

Von den Umweltbedingungen her bescherte das Wetter am Attersee dieses Jahr beinahe das komplette Spektrum: von sturmartigen Windverhältnissen mit starkem Wellengang über Regen, Nebel bis hin zum strahlenden Sonnenschein mit spiegelglatter Oberfläche war alles dabei. Das Übungsprogramm erstreckte sich dabei über das komplette Spektrum der praktischen Anforderungen im Tauchdienst, gepaart mit der Auffrischung des theoretischen Wissens.

Im praktischen Teil wurden folgende Schwerpunkte durchgeführt:

  • Notaufstiegsübungen aus verschiedenen Tiefen mit unterschiedlichen Szenarien (mit/ohne Wechselatmung, gemeinsame oder einzelne Tarierung, …)
  • Die Handhabung und Arbeiten mit Werkzeug unter Wasser (Bergen eines Autos)
  • Arbeiten mit dem Kirby-Morgan Helmtauchsystem
  • Diverse Service- und Reparaturarbeiten an den Ausrüstungsgegenständen   
Aus- und Weiterbildung ist auch für Einsatztauchern unerlässlich. Dieser Lehrgang war logistisch aufwendig, doch die Fähigkeiten der Teilnehmer wurden perfektioniert.

Parallelausbildung

„Parallel mit unserem Tauchlager wurde durch den Ausbildungsleiter des EOBV (erster Österreichischer Berufstaucherverband) Reinhold Schmid die Ausbildung zur Fachkenntnisverordnung für die Einsatztaucher der Berufsfeuerwehr Klagenfurt durchgeführt”, erzählt Szemeliker weiter. Dazu wurde unter anderem auch mit dem Kirby-Morgan Helm- und Maskentauchgerät des burgenländischen Tauchdienstes geübt und ausgebildet.

Tauchgänge für wissenschaftliche Zwecke

Erstmals wurden vom Tauchdienst auch Tauchgänge für wissenschaftliche Zwecke durchgeführt. Für die Masterarbeit  „Simulation von dynamischen Auftriebssystemen in Fluiden“ von Lehrtaucher Jürgen Schöny wurde das Verhalten von

variablen Auftriebskörpern (beispielsweise Hebeballone) unter realen Bedingungen getestet. Dazu wurde ein Tauchschlitten mit einem Hebeballon von einer Plattform aus 30 m Tiefe hochgeschossen. Das Aufstiegsprofil wurde mit Hilfe von Beschleunigungssensoren vermessen, welche mit einem am Schlitten befestigten Computersystem aufgezeichnet wurden. Diese Realdaten können zum Nachweis der errechneten Profile herangezogen werden.

56 Stunden unter Wasser

Von den 28 teilnehmenden Mitgliedern des Tauchdienstes wurden im Rahmen des Tauchlagers in diesem Jahr 122 unfallfreie Tauchgänge durchgeführt. Dabei wurde eine Zeit von 56:34 Stunden unter Wasser geübt und gearbeitet. Die Taucher verbrauchten dabei eine Luftmenge von 182.729 Liter
Atemluft.