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RÜST – NEUES LÖSCHFAHRZEUG

TEXT & FOTOS HERMANN KOLLINGER

Viel Ausrüstung für den technischen Einsatz und gleichzeitig jedoch auf Schnickschnack verzichtet – so könnte man kurz und bündig das neue Rüstlöschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Alkoven bezeichnen, welches die Wehr im Zuge einer Ersatzbeschaffung im Mai 2016 in den Dienst gestellt hat. Der Artikel beschreibt die Überlegungen zum Fahrzeug und geht daher anhand eines „Rundgangs“auf verschiedene Geräte und Einrichtungen ein. Vielleicht ist ja das eine oder andere dabei, das anderen Feuerwehren bei der Beschaffung dienlich ist.

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als Technikpaket ohne großem Schnickschnack
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Es war eines der ersten der damals neuen Baureihe und hat bei der Freiw. Feuerwehr Alkoven von 1987 bis Mai 2016 wertvollste Dienste höchst zuverlässig erledigt: das Rüstlöschfahrzeug aus dem Hause Rosenbauer. Aufgebaut auf einem Steyr 13S21 brachte es bei der Wehr damals eine nahezu revolutionäre Erleichterung und Bereicherung bei den vielfältigsten Einsätzen mit sich. Wäre das Fahrzeug rein hypothetisch in der Lage zu sprechen, so hätte es doch sehr viele und sehr breit gefächerte Geschichten zu erzählen. Angefangen von den unzähligen und oft sehr heftigen Verkehrsunfällen, vor allem in den 1990er Jahren, als die Bundesstraße 129 in diesem Bereich als Todesstrecke bezeichnet worden ist, über die Rettung von Verschütteten und Eingeklemmten, Hochwasser, Tierrettungen und Bergungen, und so weiter und so weiter. Nicht umsonst kristallisierte sich dieses Fahrzeug als das wichtigste im Bestand der Alkovener Feuerwehr heraus – und das blieb es bis zuletzt. Aber auch die beste Ausrüstung erreicht irgendwann einmal den Zeitpunkt, wo sie gegen neue ausgetauscht werden muss. Niemand käme im Privatleben auf die Idee, seinen Pkw fast 30 Jahre lang regulär zu nutzen, während dies bei den Feuerwehren vielfach schon Usus ist. Das RLF-A 2000 der Feuerwehr Alkoven näherte sich schließlich auch diesem Alter und seitens der offiziellen Stellen wie Gemeinde, Land Oberösterreich und Landes-Feuerwehrkommando Oberösterreich kam grünes Licht, den Austausch dieses der Gemeinde Alkoven gesetzlich vorgeschriebenen Einsatzfahrzeuges vorzunehmen. In Hinblick auf das neue Fahrzeug wurde schon vor einigen Jahren begonnen, Altes wie beispielsweise das hydraulische Rettungsgerät oder das Notstromaggregat auszutauschen und noch auf das alte RLF-A zu packen. Dieser Vorausblick wirkte dann auch kostendämpfend beim Ankauf.

Arbeitsgruppe verglichen und analysiert

„Wenn du nicht weiter weißt, dann bilde einen Arbeitskreis“ lautet ein nicht unbedingt gut gemeintes Sprichwort in der Arbeitsbranche. Auch bei der Feuerwehr Alkoven richtete man einen derartigen Kreis ein, jedoch nicht, um der Ratlosigkeit entgegenzuwirken, sondern um die beste Variante für das Ersatzfahrzeug zu erreichen. Dieser setzte sich aus dem ersten Kommandant Stellvertreter Markus Unter (als Fahrmeister), dem zweiten Kommandant Stellvertreter Wolfgang Beisl (als Fahrzeugausbildungsverantwortlichen), Wolfgang Neumayr (als Fahrzeugbetreuer), den beiden Zugskommandanten Erwin Göttfert (als Kommandant des technischen Zuges) sowie Martin Burger (als Ausbilder für dieses Fahrzeug sowie Kommandant des Katastrophenschutzzuges) und Michael Baumann zusammen. „Mit dieser Konstellation hatte man den zusätzlichen Vorteil, dass sich in dem Team Leute befanden, die auch beruflich mit dem Feuerwehrwesen verbunden sind und so zusätzliche Erfahrungen einbringen konnten“, leitet Markus Unter das Gespräch ein. Eine der ersten Aufgaben bestand einmal darin, die Ausrüstung zu analysieren. „Wir sahen uns an, was uns bei den Einsätzen in den letzten 15 bis 20 Jahren immer wieder einmal gefehlt hat bzw. was uns die Arbeit erleichtert hätte und was wir zwar mit hatten, jedoch nicht brauchten.“ Fiel Diverses weg, kamen stattdessen Rettungsplattform, mehr und flexibleres Unterbaumaterial und dergleichen auf die Bestellliste. Diese Ausrüstung hätte trotz vieler in Eigenregie durchgeführter Umbauten keinen Platz am bestehenden Rüstlöschfahrzeug mehr gefunden.

Natürlich war es auch unumgänglich, sich Ideen anderer anzusehen und deren neue Fahrzeuge zu besichtigen, sodass man beispielsweise in Wiener Neudorf, Pfaffstätten und Baden-Weikersdorf zu Gast war und kameradschaftlich darüber beraten wurde, was die Teams dort in Niederösterreich an ihren Fahrzeugen für bewährt oder nicht so gut gelungen empfinden. Ebenso wurden im Zuge der einjährigen Vorbereitungszeit generell die Eckpfeiler ausgelotet, die Möglichkeiten des budgetären Rahmens betrachtet und gleichzeitig hoher Wert auf sicherheitstechnische Aspekte gelegt.

Mehrfach tauchte bereits die Frage auf, was die beiden kastenförmigen Behälter im Frontbereich darstellen: Hierbei handelt es sich um schwere Keile zum Unterlegen für den Seilwindenbetrieb.

Kombination berücksichtigt

Eines sei bei der Konzeption des Fahrzeuges auch erwähnt: Die Feuerwehr Alkoven hat als zweite wasserführende Einheit ein Tanklöschfahrzeug (TLF-A 4000) im Fuhrpark. Dieses ist klarerweise speziell für den Branddienst ausgeführt und ausgerüstet (200 l fixer Schaumtank, Wasserwerfer und dergleichen). Daher übernimmt das nun angeschaffte Rüstlöschfahrzeug in erster Linie den technischen Part und ergänzt den Brandeinsatz als zweites Fahrzeug und ist primär für die Kombination mit der Teleskopmastbühne vorgesehen.

Erfahrungen und Vorhandenes berücksichtigt

Im Zuge seiner rund halbjährigen Tätigkeit des Arbeitskreises kamen auch der Einfluss der praktischen Erfahrungen sowie die Berücksichtigung der anderen Fahrzeuge der Wehr nicht zu kurz. So wurde entschieden, statt der üblichen 5-Tonnen Seilwinde eine 9-Tonnen-Treibmatic-Seilwinde einbauen zu lassen, um konform mit jener des Kranfahrzeuges zu gehen sowie auch – im Gegensatz zur Trommelwinde – immer die maximale Zugkraft anwenden zu können. Aufgrund des Wasserwerfers am TLF-A 4000 der Wehr war es in Absprache mit dem Landes-Feuerwehrverband auch möglich, diesen beim neuen RLF-A wegzulassen und stattdessen einen Bodenwerfer aufzupacken. Ebenso ließ man einen eigenen Schaumtank oder diverse Gimmicks bei der Pumpe (CAFS, Digidos etc.) weg. 0,1 bis 6% Schaummittel sind standardmäßig zumischbar, sodass auch der Netzmittelbetrieb möglich ist – mehr braucht es den örtlichen Gegebenheiten zufolge auch nicht.

Die Ausfahrtsproblematik am derzeit noch aktuellen Standort des Feuerwehrhauses direkt an der B 129 veranlasste das Team auch, unter den Einstiegen links und rechts vorne Blaulichtblitzer anbringen zu lassen. Als weiteres Beispiel sei an dieser Stelle auch noch die Entscheidung für das 18-Tonnen-Fahrgestell anstatt der häufig verwendeten 15- oder 16-Tonner erwähnt. Dies geschah in Hinblick auf die Tatsache, dass das Fahrzeug – im Gegensatz zu den meisten Fahrzeugen in der Wirtschaft – Woche für Woche, Jahr für Jahr mit voller Beladung am Gewichtslimit in der Garage steht. Ein weiterer Blick voraus war die Möglichkeit, dass das vom Verband vorgeschriebene, maximale Einsatzgewicht von 15 Tonnen mit der Zeit doch einmal angehoben wird und somit auch hier noch Reserven bestehen und nicht von Beginn an das Maximum erreicht ist. Vom Radstand her fiel die Wahl auf das Modell mit 3.900 mm. „Das vor allem, um Platz für die Rettungsplattform zu haben“, erklärt Markus Unter. „Das ebenso verfügbare 4.200 mm Modell kam für uns aufgrund des großen Wendekreises, des zusätzlichen Gewichts etc. nicht in Frage!“ Reifentechnisch griff man zugunsten der Traktion auf das breiteste Modell zurück, wenngleich man sich auch den Nachteilen – beispielsweise bei Spurrillen – bewusst ist.

Seitens des Getriebes fiel die Entscheidung auf ein automatisiertes Schaltgetriebe. „Der hohe Preis für die Vollautomatik steht unserer Meinung nach für ein Fahrzeug bei einer freiwilligen Feuerwehr nicht überwiegend dafür“, begründet der erste Kommandant-Stellvertreter den Entschluss.

 

Auf einfache Bedienung und Entnahme von Geräten wurde viel Wert gelegt. Viel Licht hat auch die Mannschaft hinten, ohne dabei den Fahrer zu beeinträchtigen.

Unverzügliche Indienststellung

Bis wir uns im Anschluss das neue Fahrzeug strukturiert ansehen können, waren selbstverständlich einige Rohbaubesichtigungen und Besprechungen erforderlich, die bei Rosenbauer von der Arbeitsgruppe durchgeführt wurden. Kurz vor der Auslieferung erhielten die Maschinisten der FF Alkoven vom Feuerwehrkommandanten, der bei Rosenbauer tätig ist, eine virtuelle Ausbildung per Software. Zudem wurden bei einer Schulung bereits Fotos gezeigt, wo die Ausrüstung aufgepackt sein würde. Somit war es möglich, am Tag der Auslieferung den Neuling in den Dienst und das bisherige RLF-A außer Dienst zu stellen – ohne Übergangszeit.

Beklebung und Signaleinrichtungen

Nach diesen Vorausinfos werfen wir nun einen systematischen Blick auf das Fahrzeug. Wir werden davon Abstand nehmen, jedes der Normausstattung eines Rüstlöschfahrzeuges entsprechende Gerät und Kleinzeug zu erwähnen; das sollte dem Insider schon bekannt sein. Der nicht fachlich versierte Leser kann sich anhand der Bilder ja einen Überblick verschaffen oder bei Interesse nachfragen.

Was gleich einmal auffallen wird, ist vermutlich die Beklebung. Tests haben ergeben, dass sich die gelb-rote Markierung am Heck immens in der Sichtbarkeit auswirkt. Das Eferdinger Becken zählt immer wieder zu den Nebelgebieten des Landes und Einsätze auf den Bundesstraßen 129 und 133 sind immer wieder Aufgaben der Feuerwehr – daher der Entschluss, diese Beklebung anzubringen. Ebenso wurde durch das Bedrucken der Jalousien die Optik des RLF-A 2000 aufgewertet. Beim Wappen, welches die Farben des Alkovener Gemeindewappens trägt, handelt es sich um eine Eigenkreation der Feuerwehr. Lediglich das aus der Zeit des Bauernkrieges stammende Streitwerkzeug wurde gegen Werkzeuge, die in der Feuerwehr Alkoven verwendet werden, ersetzt und das Outfit selbst gestaltet.

Hinsichtlich der optischen Signaleinrichtung wurde die Standausführung vorne und hinten jeweils oben am Dach etwas erweitert. „Wir kämpfen immer wieder mit der Sichtbarkeit, vor allem beim Ausfahren vom Feuerwehrhaus“, weiß Michael Baumann von der Feuerwehr. „Aus diesem Grund haben wir sowohl im Kühlergrill zwei LED-Blitzer, am Heck zwei LED-Blitzer sowie bei den vorderen Einstiegen je einen LED-Blitzer anbringen lassen.“ Hinsichtlich der Akustik hat man auf ein originales Martinshorn zurückgegriffen.

Auf allen Seiten des Fahrzeuges sind auch entsprechende LED-Lichter für die Umfeldbeleuchtung im direkten Bereich des RLF-A angebracht. Sie können sowohl vom Fahrerraum als auch über den Bedienteil im Pumpenraum geschaltet werden. Auch bei hervorstehenden Teilen wie diversen Auftrittsklappen oder auch der Heckklappe hat man anhand von Blinkleuchten auf entsprechende Sichtbarkeit in der Dunkelheit wert gelegt.

Übrigens: Sobald man beispielsweise bei Nacht die Feststellbremse aktiviert, wird (bei eingeschaltetem Licht) damit automatisch die Unterseite des Fahrzeuges beleuchtet.

Fix angeschlossener Verteiler bzw. B-Schlauch für einen schnellen, personalsparenden Erstangriff.

Retten und Bergen

Werfen wir einen Blick auf den Geräteraum 1, also jenem fahrerseitig vorne. Dieser ist überwiegend der Thematik „Retten und Bergen“ gewidmet. Hier findet man auf einer Auszugswand beispielsweise ein zweiteiliges Hebekissenset (also Kissen und Zubehör). Dieses ist so ausgeführt, dass die Einheiten tragbar sind. „Je ein Mann entnimmt diese beiden Kissen mehr oder weniger wie eine Tasche und bringt sie so komplettiert zum unmittelbaren Ort des Bedarfs“, erklärt Michael Baumann, der auch in der Arbeitsgruppe mitgewirkt hat. „Auch beim im gleichen Raum situierten hydraulischen Rettungsgerät haben wir eine kleine Änderung vorgenommen: Der Schlitten ist nun so ausgeführt, dass das Gerät am Drehfach zusätzlich drehbar ist. Somit ist ein Mann in der Lage, das Rettungsgerät entlang des Fahrzeuges in Richtung Unfallfahrzeug zu ziehen, ohne dass er zusätzlich jemanden braucht, der ihn bei der Schlauchführung unterstützt.“ Ebenfalls in diesem Raum befinden sich die neuen Unterlegmaterialien (Stabfast, Stabpack), das Spineboard, verschiedenste Schäkel und Anschlagmaterialien, Türöffnungsset, Unfallkiste, Druckluftanschluss samt Schlauch und „Pistole“, Absicherungsmaterial und dergleichen. Sichtbar ist hier auch die Rettungsplattform (fälschlicherweise oft als Lkw-Rettungsplattform bezeichnet, wenngleich dieses Utensil einen viel breiteren Anwendungsbereich bietet). Entnommen werden kann sie jedoch bewusst nur vom gegenüberliegenden Geräteraum G2. Einer der Gründe ist die Vermeidung von „Personalstau“, wenn beispielsweise bei einer eingeklemmten Person sämtliches Gerät nur aus einem Raum zu entnehmen ist.

Löschen

Wir gehen einen Raum weiter nach hinten zum Geräteraum 3 (alle fahrerseitigen Räume haben eine ungerade Zahl). Die Ausrüstung hier widmet sich der Brandbekämpfung. Eine Schnellangriffseinrichtung (Normaldruck mit 60 Meter formbeständigem Schlauch und Hohlstrahlrohr) wird von einigen B- und C-Rollschläuchen ergänzt. Auf eine Auftrittsfläche wurde hier verzichtet bzw. bei diesem Geräteraum kein Bedarf gesehen.

(Fast) Alles für den Atemschutztrupp

Raum 5 ist auf wasserführende Armaturen spezialisiert. Er bietet zudem die komplette Ausrüstung für den Atemschutztrupp, die selbiger nicht schon (wie die Wärmebildkamera) im Mannschaftsraum findet: Rauchvorhang, Schlauchtragekörbe, TNT-Tool. Zur Ausstattung zählt auch ein Schnellangriffsverteiler mit 30 m Länge und spezieller Drehkupplung, die einen Drall verhindert. Auch der Bodenwasserwerfer hat hier sein „Zuhause“. Nur bedingt zur Thematik passend befindet sich auch die Ausrüstung zur Absturzsicherung in diesem Raum 5. Da diese nun nicht irgendwo „abseits“ liegt und platztechnisch hier gut situiert ist, soll sie auch ins Auge springen – wenngleich die Feuerwehr Alkoven auch den Höhenretterstützpunkt in der eigenen Wehr hat. Zwei B-Abgänge dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Der Pumpenraum

Wir sind am Ende der ersten Hälfte angelangt und erreichen den heckseitigen Pumpenraum. Dieser ist aufgrund der Vorschriften mit einer Heckklappe verschlossen, welche dem Maschinisten bei widrigen Bedingungen auch als Unterstand dienlich sein kann.

Das Herz dieses Raumes ist das Bediendisplay. Diesbezüglich war der Autor des Beitrages lange selbst von einer recht kritischen Einstellung begleitet, doch die Praxis sieht nun nach dem ersten Test völlig anders aus. „Nach der Schulung am Computer wusste ich schon, was mich erwarten würde“, so Hermann Kollinger, Feuerwehrmann und Autor. „Die Nutzerführung ist denkbar einfach: Einschalten und die Pumpe schaltet sich ein, saugt automatisch und stellt den Betriebszustand her. Was will ich jetzt? Die Entscheidung, ob Wasser einfüllen oder Wasser raus führt sofort ins nächste grafisch aufbereitete Menü und mit einem Klick habe ich Wasser am Schnellangriff. Gas geben und bei Bedarf gewünschten Druck einstellen und die Sache läuft!“ Ebenso von hinten bedienbar sind der Stromgenerator, der übrigens zum Betrieb des ausfahrbaren Lichtmastes (auch vom Display bedienbar und mit acht Stück 42 Watt LED-Lampen ausgestattet) nicht erforderlich ist sowie der Lichmast und die Umfeldbeleuchtung.

Rasch zu entnehmen ist im oberen Bereich die 60 Meter Hochdruckhaspel mit einem Schlauchdurchmesser von 25 mm. Lediglich die Tatsache, dass vor dem Abrollen die Schlauchführungseinheit zu stellen ist, ist in der ersten Zeit etwas gewöhnungsbedürftig.

Unterhalb des Pumpenraumes fällt vermutlich auch der angebrachte Unterfahrschutz auf. Dieser soll sowohl Pumpe als auch die Hydraulik bei einem möglichen Auffahrunfall schützen. Außerdem dient sie für kleinere Feuerwehrleute zweitrangig als Aufstiegshilfe und auch die Abschleppstange für Lkw ist darin versteckt.

Das Aggregat kann soweit gedreht werden, dass eine Person ohne Schlauchknick vorgehen kann.

Dachbeladung

Rechts befindet sich auch die Leiter für den Aufstieg zum Dach, welche am oberen Ende zum Zweck eines sicheren Aufstiegs mit einer kleinen Plattform ausgestattet ist. Dort steigen wir nun hinauf und sehen uns die Dachbeladung an, welche sich durch zwei große Kisten auszeichnet. Fast unbemerkt steigen wir hier auch auf den bodenversenkten Lichtmasten. Auf der linken Dachkiste ist die vierteilige Steckleiter aufgepackt. In der Gesamthöhe entspricht diese Konstruktion der etwas größeren Kiste rechts. Diese beiden Behältnisse am nachts beleuchteten Dach beherbergen zusätzliches Material wie Rangierroller, Korbschleiftrage, Steher zum Pölzen (abstützen), Schlauchbrücken, diverses Werkzeug, Einreißhaken und dergleichen.

Löschen II

Setzen wir unseren Rundgang fort und klettern wieder vom Dach, erreichen wir den Geräteraum 6, also den hintersten auf der Beifahrerseite. Wie schon Geräteraum 3 widmet sich auch dieser primär der Thematik „Löschen“. Feuerlöscher für verschiedene Klassen, Schaummittel und Rollschläuche sind hier neben weiteren zwei B-Abgängen und einem vorbereiteten Schnellschaumangriff platziert. Um nicht dreckig nach Hause fahren zu müssen oder auch einen Imbiss mit sauberen Händen genießen zu können, findet sich in diesem Raum das bei neuen Einsatzfahrzeugen schon standardisierte Hygienebord samt Druckluftanschluss. Den Abschluss macht ein Sprühgerät zum Auftragen von Bioversal bei Ölverunreinigungen auf Verkehrsflächen.

Der Schadstoffraum

Der Nachbar von Geräteraum 6 ist der nun in der Fahrzeugmitte befindliche Raum 4. Er widmet sich vor allem dem Bereich „Schadstoffe“. Untergebracht sind hier in handlichen Kisten, die übrigens wie alle auch beschriftet sind und somit auch bei weniger ausgeprägten Kenntnissen wieder an ihre richtige Stelle zurückgebracht werden können, beispielsweise Ölbindemittel, -vlies, Wassersauger, Schachtabdeckungen, Keile, Chemieschutz, Auffangwanne, Abdeckplanen, Müllsäcke und dergleichen. Im Gegensatz zum gegenüberliegenden Geräteraum war hier jedoch klarerweise eine Aufstiegshilfe notwendig. Diese konnte durch den klappbaren Kotflügel geschaffen werden.

Elektrik und Geräte

Wir sind beim ersten rechten Raum hinter der Mannschaftskabine angelangt, dem G2. Hier finden sich zahlreiche elektrische Utensilien (Beleuchtung, Kabeltrommeln), zwei Tauchpumpen, ein elektrisch betriebener Hochleistungslüfter (als Ergänzung zur im Tanklöschfahrzeug aufgepackten Benzinausführung und zur Nutzung im Gebäudeinneren etc.), eine Hilti, Elektrohandwerkzeug sowie 1.000 Volt Handschuhe. Wie bereits erwähnt ist die in den Raum 1 ragende Rettungsplattform hier verkehrsabgewandt zu entnehmen.

Die Fahrzeugfront

Die Mannschaftskabine vorläufig noch auslassend, sind wir nun an der Fahrzeugfront angelangt. Ins Auge stechen hier – und sie waren auch schon Grund mehrerer Anfragen – die beiden schwarzen Boxen. Deren Inhalt ist kein Geheimnis: Es sind schlicht und einfach die Unterlegkeile für den Seilwindenbetrieb (welche nicht gleich der Unterlegkeile für das Wegrollen eines Fahrzeuges sind). Aufgrund der Zugkraft von 9 Tonnen sind die Seilwindenkeile sehr groß ausgefallen. Neben dem Umstand, dass sie im Aufbau übermäßig viel Platz weggenommen hätten, befinden sie sich nun dort, wo sie auch zum Einsatz kommen: im Bereich der Vorderräder.Nicht mehr gemäß heutigem Standard ist die Rollenführung der Seilwinde, welche meist der Trompetenöffnung weichen musste. „Hierauf haben wir aber aufgrund der Erfahrungen bei Bergungen beharrt“, sagt Markus Unter. „Nicht selten lässt sich ein Schrägzug in gewissem Rahmen nicht vermeiden oder ist ein schnurgerades Ziehen aufgrund des Platzbedarfs einfach nicht möglich. Und hier waren und bleiben diese Rollen unserer Meinung nach die beste Lösung, sodass etwas anderes als die gewohnte Form nicht in Frage gekommen ist!“

Ein C-Abgang links unten rundet die wesentlichen Ausstattungsmerkmale vorne ab. Hier waren die Überlegung für einen Pump-and-roll-Betrieb beispielsweise bei einem Feld- oder Wiesenbrand ausschlaggebend.

Ein Blick drunter

Aus einem entsprechenden Winkel betrachtet, sieht man auf der Fahrzeugunterseite auch Ketten hängen. Dabei handelt es sich um Schleuderketten. Diese sind jedoch auf keinen Fall als Ersatz für das Anlegen herkömmlicher Schneeketten gedacht. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Anfahrtshilfe bei Eisglätte. Und gerade im Winter klaffen die Bedingungen von „Alkoven Tal“ (mit den Bundesstraßen) und „Alkoven Berg“ weit auseinander. Ist im Tal schon alles frei, herrschen in den abgelegenen Teilen der insgesamt 20 Ortschaften der Gemeinde immer wieder noch Winterbedingungen. Auch „schmierigen“ Bedingungen wie beispielsweise bei Feld- oder Maschinenbränden auf landwirtschaftlichen Flächen kann man hier etwas sicherer begegnen. „Ich konnte die Schleuderketten im Zuge meines Berufes vor der Kaufentscheidung testen“, erzählt Markus Unter. Dabei kam zutage, dass das Fahrzeug schön in der Spur bleibt und nicht abschmiert. Wie erwähnt sollen diese „Hilfsketten“ eine Überbrückung und kein Ersatz sein.

Das Herz der Mannschaft

Die Mannschaftskabine stellt für die ausrückenden Feuerwehrleute mehr oder weniger das Herz des Fahrzeuges dar – und bei dieser sind wir nun angelangt. Beginnen wir beim Einstieg für den Fahrer. Neben den üblichen Schaltern etc. befindet sich mittig angebracht die feuerwehrtechnische Bedieneinheit, welche übrigens auch vom Beifahrer bedient werden kann. Hinter dem Beifahrersitz befindet sich die Atemschutzüberwachungseinheit, welche per vorgesehener Halterung vom Maschinisten im Pumpenraum angebracht werden kann. Im Mittelteil ist ein Schlüsselbund angebracht, welcher per Hauptschlüssel gehaltert ist. Das Fehlen des Schlüsselbundes wird optisch angezeigt, um einem Vergessen vorzubeugen. Nicht oder kaum sichtbar ist die vorgesorgte Verkabelung für den Digitalfunk sowie ein USB-Anschluss für den möglichen Betrieb EDV-basierender Einsatzunterstützungsanwendungen. Im Gegensatz zu früher wurde für den Fahrer auch die Möglichkeit zur zentralen Fensterverriegelung geschaffen (um beispielsweise bei Staub oder Rauch eventuell offene Fenster sofort schließen zu können).

Für die kalte Jahreszeit wurde eine Standheizung eingebaut, da die normale Heizanlage im Regelfall die Wärme im hinteren Teil nicht so bewerkstelligt wie in der ersten Reihe. Durch die gegen die Fahrtrichtung angebrachten Atemschutzgeräte entsteht schlussendlich auch eine räumliche Trennung. Radio und Funk sind ebenfalls per Lautsprecher in den hinteren Mannschaftsteil eingeleitet und in deren Lautstärke regelbar. Ebenso kann die Innenraumbeleuchtung, welche bewusst einfärbig gehalten wurde, auch von der Mannschaft selber ein- und ausgeschaltet werden, was beispielsweise beim nächtlichen Anlegen der Atemschutzgeräte während der Anfahrt recht dienlich ist. Aus sicherheitstechnischen Gründen wurde auch im Handlauf der Türen beidseitig eine LED-Beleuchtung eingezogen.

Die Besatzung ergibt sich auf 1:6, da auf der rückseitig angebrachten Sitzreihe zwei Plätze vom sogenannten Action-Tower eigenommen werden. Darin bzw. darauf befinden sich Utensilien wie Gasspürgerät, Funkgeräte, Beleuchtungsmittel, Wärmebildkamera, Tragetuch, San-Rucksack, Feuerwehrgurte, Atemschutzmasken, Getränke (Wasser), Totmannwarner, Eflare Absicherungssystem und ähnliches.

Fazit

Das Team der Freiwilligen Feuerwehr Alkoven ist überzeugt, mit den Überlegungen für dieses 2.000 Liter Wasser mitführende Fahrzeug den richtigen Weg eingeschlagen zu haben, ohne dabei luxustechnisch in die Sterne gegriffen zu haben. Das Fahrzeug hat vorwiegend technische Aufgaben, was sich ausrüstungsseitig auch entsprechend den Erfahrungen und Anforderungen widerspiegelt. Das Hauptaugenmerk lag auf Praxistauglichkeit und auch Wartungsfreundlichkeit. Außerdem stellt die räumliche Einteilung mit den verschiedenen Schwerpunkten für die Mannschaft ein gutes und einfaches Orientierungssystem dar.

Technische Daten:

MAN TGM 18.290 4×4

Eigengewicht: 10.222 kg
Gesamtgewicht: 18.000 kg
Technisch zulässiges Gesamtgewicht: 18.600 kg
Höchstgeschwindigkeit: 112 km/h
Leistung: 213 kW / 280 PS

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